Headhunter
Zauberlehrling auf eigenen Wegen

Ohne Skrupel hat sich Dieter Rickert in die Spitze der deutschen Personalberater hochgearbeitet. Nun lässt ihn sein eigener Partner und potenzieller Nachfolger Rick Fulghum sitzen - und baut eine Konkurrenzfirma auf.
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Nun hat es ihn selbst erwischt. Ausgerechnet ihn, der die Masche beinahe erfunden hat, ausgerechnet jetzt, da er seine Nachfolge längst geregelt glaubte. Dieter Rickert, Deutschlands bekanntester Personalberater, verliert seinen langjährigen, 23 Jahre jüngeren Geschäftspartner Rick Fulghum. Ihre gemeinsame Sekretärin, seine „rechte und linke Hand“, wie Rickert sagt, nimmt Fulghum gleich mit. Für die neue bleiben gerade mal 14 Tage Einarbeitungszeit.

„Ich habe meine eigene Meinung zu dem Vorgang“, sagt Rickert. Sein Ton ist freundlich, doch die ein oder andere Bemerkung zeigt, wie tief der Stachel sitzt. 22 Jahre lang, meint Rickert, habe er den Sohn seines einstigen Geschäftspartners Jim Fulghum ausgebildet. Er zeigte Fulghum junior erst die Grundlagen der Personalberatungsbranche, führte ihn dann in die höchsten Kreise der deutschen Wirtschaft ein. „Er kennt alle Tricks, die ich ihm beigebracht habe“, sagt Rickert. Nur: Dass Fulghum ausgerechnet den gemeinsten Trick gegen ihn selbst anwenden würde, hat Rickert überrascht.

„Wie heißt es doch: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“, sagt ein Personalberater, der Rickert seit Jahrzehnten kennt. „Was der Fulghum da abzieht, ist wirklich die Ironie der Geschichte. Jetzt muss der Rickert endlich mal seine eigene Medizin trinken.“

Die Personalberaterbranche ist eine Szene, die nicht vergisst. Nirgends sonst sind persönliche Kontakte so wichtig, nirgends sonst scheint Missgunst so gut zu wachsen, wie unter den Männern, die Deutschlands wichtigste Wirtschaftsposten vermitteln. Rickert, seit 35 Jahren im Geschäft, inszenierte sich einerseits als Königsmacher der Dax-Konzerne, andererseits als Rabauke, der sich um die Gepflogenheiten der Branche nicht schert. Und als einer, der gern eine Abkürzung nimmt.

„Die Legende ist, dass damals bei Tasa das Kopiergerät kaputtging, weil der alte Fulghum und Rickert alles kopierten, was sich kopieren ließ“, sagt ein Konkurrent von Rickert. Tasa, eine international tätige Personalberatung in Zürich, war die erste Wirkungsstätte von Rickert in der Branche und hatte die Daten von 100 000 Managern gespeichert. 1982 machten die beiden sich selbstständig – das Geschäft florierte, als wären Fulghum und Rickert schon längst etabliert.

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Kein erneuter Rosenkrieg.

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