HSH-Nordbank
Von Beruf Aufsichtsrat

Er ist kein Mann für Kompromisse, keiner, der sich reinreden lässt: Wolfgang Peiner, oberster Kontrolleur der HSH-Nordbank, streicht die Segel. Angetreten war er vor zwei Jahren, um die Landesbank an die Börse zu bringen, doch davon kann beim angeschlagenen Institut keine Rede sein. Die Gründe für den Abgang des Aufsichtsratschefs.

HAMBURG/FRANKFURT. Selbstkritisch gibt er sich im Rückblick: Ja, es habe Fehler im Aufsichtsrat gegeben, sagt Wolfgang Peiner, Chef des Kontrollgremiums bei der HSH Nordbank. Ja, man hätte schon viel früher das überdimensionierte Wertpapierportfolio zurückfahren müssen, „das hätten wir als Aufsichtsräte sehen müssen“, merkt er an. Aber nein, deshalb gibt er das Amt jetzt nicht auf, dementierte der Hamburger gestern Gerüchte aus Finanzkreisen. „Ich bin einfach nur der falsche Mann an der Spitze einer Staatsbank“, sagt der 65-Jährige und deshalb steige er jetzt eben aus. Punkt, aus, fertig. Wolfgang Peiner ist kein Mann für Kompromisse. Keiner, der sich reinregieren lasse, sagen Insider. Als „äußerst machtbewusst“ beschreiben ihn Weggefährten aus jener Zeit, als er noch Chef der Gothaer Versicherung war und selbst Vorstandskollegen am liebsten stramm stehen ließ.

Und so einer soll den Staat stärker als bisher in eben jenem Institut mitwursteln lassen, aus dem er ihn über den Kapitalmarkt rausdrängen wollte? Nein, das ist seine Sache ganz und gar nicht.

Schließlich war er vor zwei Jahren angetreten, die Landesbank an die Börse zu bringen. Doch davon kann bei dem angeschlagenen Institut, an dem die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein mit jeweils knapp 30 Prozent beteiligt sind, nicht die Rede sein. Rund 2,8 Mrd. Euro Verlust schrieb die HSH-Nordbank im vergangenen Jahr, 1 100 Mitarbeiter müssen gehen. Der Bankenrettungsfonds Soffin hat Bundeshilfen abgelehnt, jetzt müssen die Landesregierungen gemeinsam mit dem privaten Anteilseigner JC Flowers einspringen.

Aber Schuld an der Misere, so sagt Peiner, habe nicht der Aufsichtsrat und er selbst schon gar nicht: „In den zwei Jahren, in denen ich Aufsichtsratschef war, habe ich keine Fehler gemacht.“ Im Gegenteil: Er sei es gewesen, der die Bank im Frühjahr 2008 mit einer neuen Strategie „wetterfest“ gemacht habe. Und er habe schon im September auf einen Abbau des „viel zu großen Wertpapierportfolios“ gedrängt. Doch kurz darauf ging die amerikanische Investmentbank Lehman pleite, und es kam auch noch die Wirtschaftskrise. „Ohne die wären wir vernünftig durchs Jahr gekommen“, sagt er.

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