Immobilienkäufer
Hoffnung für geprellte Anleger

Geprellte Immobilienkäufer können unter bestimmten Voraussetzungen Schadensersatz von der finanzierenden Bank verlangen. Wenn Bank und Immobilienvertrieb eng zusammengearbeitet haben und das Kreditinstitut von falschen Angaben über zu erwartende Mieteinnahmen wusste, kommen dem Käufer vor Gericht Beweiserleichterungen zugute.

dpa KARLSRUHE. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit einem Urteil zum Dauerstreit um "Schrottimmobilien" gestern bekräftigt. Im konkreten Fall ging es um ein von der Crailsheimer Volksbank finanziertes Apartment bei Stuttgart. Der BGH verwies den Fall an das Oberlandesgericht (OLG) Bremen zurück (Az: XI ZR 74/06 vom 26. Februar 2008). Der Käufer aus Bremen hatte im Jahr 1992 ohne Eigenkapital ein Apartment zur Steuerersparnis gekauft. Für die zu einem hotelähnlichen Betrieb gehörende Immobilie nahm er einen Kredit von 143 000 Mark (gut 73 000 Euro) auf. Fünf Monate später war die Pächterin insolvent, die Pachteinnahmen blieben erheblich hinter den Erwartungen zurück. Wegen einer fehlenden Widerrufsbelehrung erklärte er seinen Rücktritt vom Darlehensvertrag. Mit dem Urteil ist der Endlosprozess, der bereits den Europäischen Gerichtshof beschäftigt hat und nun zum zweiten Mal beim BGH war, noch nicht beendet. Das OLG Bremen muss weitere Einzelheiten klären. Dabei geht es vor allem darum, ob die Crailsheimer Volksbank mit der Immobilienfirma "institutionell zusammengewirkt" hat und es für sie offensichtlich sein musste, dass der Anleger womöglich "arglistig getäuscht" wurde. Liegen diese Voraussetzungen vor, so hat der Anleger gute Chancen auf einen Schadensersatzanspruch gegen die Bank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%