Inbev-Chef Carlos Brito
Angreifer Brito gilt als Spezialist für Fusionen

Carlos Brito ist seit zweieinhalb Jahren Chef des belgischen Inbev-Konzerns. Der Job an der Spitze des umsatzstärksten Braukonzerns der Welt ist nicht spurlos an dem 48-Jährigen vorübergegangen. Obwohl er bisher ausgezeichnetete Arbeit geleistet hat. Auf den CEO-Posten bei Inbev hat sich der Brasilianer bestens vorbereitet.

SÃO PAULO. Er sieht immer noch jünger aus, als es seine 48 Jahre erwarten lassen, trotz seiner hohen Stirn. Doch Carlos Brito tritt heute deutlich angespannter auf, als man ihn noch aus Brasilien kannte. Wenn er in einem Interview Argumente für die Übernahme mit Anheuser-Busch präsentiert, dann macht er es zwar weiterhin im lockeren Freizeithemd. Aber dabei sind seine Lippen in jeder Argumentationspause zusammengepresst, er blinzelt kaum, die Stirn furcht sich. Sein Lächeln ist keines, sondern eher ein angespanntes Zähnezeigen.

Der Job an der Spitze des nach Umsatz größten Braukonzerns der Welt, den er seit zweieinhalb Jahren führt, hat seine Spuren bei Brito hinterlassen. Dabei hat er den bisher hervorragend gemacht: Seither steigt die Bruttorendite jährlich um 15 Prozent, der Absatz um fünf Prozent. Die Bilanzzahlen zeigen die Unterschiede zwischen Jäger und Gejagtem deutlich: Während die nordamerikanische Anheuser-Busch-Gruppe eine Umsatzrendite von 25 Prozent einfährt, macht Inbev unter Brito inzwischen 35 Prozent.

Brito hat mit seinen acht Mitstreitern aus Brasilien im Vorstand von Inbev eine Kulturrevolution ausgelöst, vor allem beim damaligen Fusionspartner Interbrew in Belgien. Das Brauhaus in Louven hatte die brasilianische Ambev 2004 übernommen – oder war es letztendlich eine Übernahme der Belgier durch die Brasilianer? Heute ist das alles nicht mehr so klar, aber Fakt ist, dass nur noch drei von dreizehn Direktoren aus Belgien kommen.

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