Industrie
Führungsstreit: Frankfurter IHK-Präsident tritt zurück

Der Frankfurter IHK-Präsident Joachim v. Harbou hat nach einem monatelangen Führungsstreit seinen Rücktritt angekündigt. Er werde sein Amt in der nächsten Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) am 27. Juni niederlegen, teilte v. Harbou mit.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der Frankfurter IHK-Präsident Joachim v. Harbou hat nach einem monatelangen Führungsstreit seinen Rücktritt angekündigt. Er werde sein Amt in der nächsten Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) am 27. Juni niederlegen, teilte v. Harbou mit.

Der 62-Jährige erklärte, er werde auch sein Mandat in der Vollversammlung aufgeben. Er sehe keine „Möglichkeit, in absehbarer Zeit zu einer gedeihlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit im Präsidium zurückzukehren“, nachdem seine Kritiker weitere Klagen auf den Weg gebracht hatten, schrieb er an die Mitglieder der IHK-Vollversammlung. Zudem wolle er weiteren Schaden von der IHK wegen einer andauernden öffentlichen Diskussion abwenden. Ein Sprecher der IHK zeigte sich vom Rückzug v. Harbous überrascht und erklärte, dass die Suche nach einem Nachfolger beginne.

In Frankfurt ist die drittgrößte IHK Deutschlands mit 84 000 Mitgliedsunternehmen. Nach Ansicht der drei Vize-Präsidenten Frank Albrecht, Dagmar Bollin-Flade und Ulrike Gehring war v. Harbou im Frühjahr 2004 zu Unrecht an die Spitze der drittgrößten deutschen IHK gewählt worden. V. Harbou war damals Aufsichtsratschef der Immobilienbank Eurohypo und sei damit nicht unternehmerisch aktiv gewesen. Während der Vollversammlung vor zwei Wochen hatten beide Seiten deutlich gemacht, dass sie ihre jeweilige Position von der Rechtsaufsicht im hessischen Wirtschaftsministerium gebilligt sehen.

Erst im Februar hatte die IHK-Vollversammlung v. Harbou in einer außerordentlichen Sitzung mit großer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen. Dennoch beharrten die Kritiker darauf, die Frage der Wählbarkeit v. Harbous von einem Gericht prüfen zu lassen und reichten Ende März Klage beim Frankfurter Verwaltungsgericht ein. Die drei Vize-Präsidenten waren in der Februar-Vollversammlung aus dem Präsidium gewählt worden - zu Unrecht, wie kurz darauf das Verwaltungsgericht entschied.

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