Ingvar Kamprad
Ikea-Gründer zieht sich weiter zurück

Ingvar Kamprad ist 88 Jahre alt. Dennoch hielt der Gründer des Möbelriesen Ikea immer noch alle Fäden in der Hand. Jetzt versucht er es mit dem Generationswechsel. Doch einen starken Nachfolger gibt es nicht.
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DüsseldorfIngvar Kamprad setzt seinen scheibchenweisen Rückzug beim Möbelriesen Ikea fort. Der Unternehmensgründer habe sich aus dem Aufsichtsrat der zwei Stiftungen zurückgezogen, denen die wesentlichen Teile des Ikea-Reiches gehören, berichtet die „Financial Times“ (FT).

Die Zeitung beruft sich auf einen Sprecher des Multimilliardärs. „Er versucht, sich von den offiziellen Aufgaben mit nun 88 Jahren zurückzuziehen“, wird der Sprecher zitiert. Man könne dies als einen weiteren Schritt des Generationswechsels begreifen.

Dem FT-Bericht zufolge ist der Schwede bereits im Dezember aus den Aufsichtsräten der Stiftungen Ingka und Interogo ausgeschieden. Bis heute sei dies nicht veröffentlicht worden. Der Ingka Stiftung mit Sitz in den Niederlanden gehört der Ikea-Vertrieb. Zu Interogo mit Sitz in Liechtenstein wiederum gehört Inter Ikea, das die Rechte an der Marke hält und die Lizenzen an die Einrichtungshäuser vergibt. Im Juni vergangenen Jahres hatte sich Kamprad bereits aus dem Aufsichtsgremium von Inter Ikea verabschiedet.

Auf Anfrage von Handelsblatt Online bestätigte Ikea, dass Kamprad sich bei der Ingka- und zwei weiteren niederländischen Stiftungen zurückgezogen habe. Dies sei allerdings bereits im Februar bekanntgemacht worden. Sein Sohn Peter ersetze ihn dort. Ingvar Kamprad bleibe allerdings Berater des Aufsichtsrats der Ingka-Stiftung.

Der 88-Jährige hat eine schwer zu durchdringende Firmenstruktur aufgebaut, die immer wieder kritisiert wurde, weil Ikea dadurch offenbar Steuerzahlungen minimieren kann. Einen klaren Nachfolger für Kamprad gibt es nicht. Sein jüngster Sohn Mathias ist Chef von Inter Ikea, der mittlere Sohn Jonas führt die Geschäfte bei der Ikea Group mit und der älteste Sohn Peter steht der Ikano-Gruppe vor, die das Vermögen der Familie verwaltet und mehrere Ikea-Geschäfte betreibt.

Kamprad hatte Ikea 1943 in seiner südschwedischen Heimatstadt Älmhult gegründet, sein Ziel war es, auch Kunden mit kleinem Geldbeutel Qualität zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Inzwischen ist das Unternehmen ein Weltkonzern mit mehr als 131.000 Mitarbeitern in 41 Ländern.

Kamprad ist mit einem Vermögen von rund 30 Milliarden Euro der reichste Mensch Europas. Mitberechnet wurde dabei der Wert seiner Stiftung, die einen Großteil des Ikea-Vermögens verwaltet. Trotz seines Reichtums ist er für sein schlichtes Leben und seinen Geiz bekannt. Kamprad lebte bis vor kurzem aus steuerlichen Gründen in der Schweiz und kehrte Anfang des Jahres nach Schweden zurück. In der Vergangenheit soll sich Kamprad mehrfach abschätzig über die geschäftlichen Fähigkeiten seiner Söhne geäußert haben.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst
Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

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