Innovationen gibt’s nicht für Geld
Manager vom Typus Sachbearbeiter bremsen aus

Die Formel wäre zu einfach: Mehr Geld in Forschung und Entwicklung stecken, ein innovationskräftiges Unternehmen erreichen – und damit wiederum wirtschaftlichen Erfolg. So lautete bislang das Mantra aller Unternehmensberater. Eine Studie von Booz Allen Hamilton beweist jedoch das Gegenteil.

HB DÜSSELDORF. Erfolg lässt sich eben nicht einfach kaufen. Die Unternehmensberater identifizierten weltweit die 1 000 Unternehmen, die die höchsten Etats für Forschung und Entwicklung (F & E) haben. Sie untersuchten, inwieweit bei diesen Firmen in den letzten sechs Jahren sich die Faktoren Umsatzwachstum, Bruttogewinn, operativer Gewinn oder Marktkapitalisierung und die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zueinander verhielten. Das klare Fazit von Thomas Goldbrunner, Mitglied der Booz-Allen-Geschäftsleitung: „Es gibt keine Korrelation.“

Die Nachricht überrascht, denn die in der Untersuchung berücksichtigten Unternehmen gaben 2004 satte 384 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung aus. Die fünf größten Investoren – Microsoft, Pfizer, Ford, Daimler-Chrysler und Toyota – stecken jeweils jährlich mehr als sieben Milliarden Dollar in ihre Entwicklungen. Siemens, auf Platz Sieben, gibt über sechs Milliarden Dollar im Jahr aus.

Völlig vergeudet sind diese Summen nicht. Microsoft meldete beispielsweise im vergangenen Jahr weltweit rund 2 500 Patente an, Siemens rund 5 000. Doch das viele Geld ist nicht immer effektiv angelegt, kritisiert Goldbrunner. „Viele Unternehmen messen nicht auf Projektbasis, ob sich ihre Aktivitäten auszahlen. Die Folge ist, dass keiner weiß, wie viele Projekte eigentlich in den Sand gesetzt wurden.“

Samsung, unter den F & E-Größen auf Platz 17, ist dabei laut Booz Allen eine Ausnahme. Die Koreaner kontrollieren das eigene Projektportfolio besonders streng. Sie steigerten die Zahl der Innovationen, die sie an den Markt brachten, in den letzten Jahren um 67 Prozent auf 30 000 Produkte – und arbeiten trotzdem extrem wirtschaftlich. Die Zahl der Bauteile, die Samsung derzeit benötigt, ist trotz des Modellwachstums konstant geblieben.

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