Insolvenzverwalter
Ein Alptraum mit Namen Arcandor

Es sollte der krönende Abschluss seiner Karriere werden, doch sein Engagement bei dem in Schieflage geratenen Essener Arcandor-Konzern könnte für Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg in Katerstimmung enden: Warum Görg mit der Verwertung des Handelskonzerns viel Arbeit und nur ein karges Honorar zu erwarten hat.

DÜSSELDORF. Nach dem Anruf des Essener Amtsgerichts knallten in den Büros am Kölner Sachsenring die Sektkorken. Der Rechtsanwalt und Kanzleichef Klaus Hubert Görg, so hatten die Richter am 9. Juni entschieden, sei ab sofort vorläufiger Insolvenzverwalter von Deutschlands größtem Pleitefall, dem in Schieflage geratenen Essener Arcandor-Konzern. Sein letzter Job sollte für den 68-Jährigen, der leicht als Double für den verstorbenen Schauspieler Hansjörg Felmy durchgehen könnte, eigentlich zum krönenden Abschluss der Karriere werden.

Seitdem aber ist die Hochstimmung einem gehörigen Kater gewichen. Dem Kölner Insolvenzexperten schwant seit längerem, dass er im Fall Arcandor womöglich viel Arbeit für wenig Geld abliefern muss. Görgs Dilemma: Weil Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff sämtliche Vermögensgegenstände des Handels- und Reisekonzerns verpfändete, die er nicht sofort zu Geld machen konnte, läuft für Görg die Suche nach verwertbarer Insolvenzmasse bislang weitgehend ergebnislos.

Nach deren Höhe aber berechnet sich seine eigene Vergütung. Treibt der Insolvenzverwalter am Ende weniger als 25 000 Euro auf, müsste er sich mit einem Honorar von gerade einmal 10 000 Euro begnügen.

Der „Welt am Sonntag“ klagte er jetzt: „Wir haben mit der Lupe nach der Substanz in diesem Unternehmen gesucht, aber wir haben nichts Nennenswertes gefunden. In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört.“ Das habe er in so großen Unternehmen noch nie erlebt, wunderte sich der Insolvenzanwalt, der ebenso für Leo Kirch wie Philipp Holzmann arbeitete, nun öffentlich.

In der Essener Konzernzentrale unken Manager bereits, die Amtsrichter könnten das beantragte Insolvenzverfahren „mangels Masse“ erst gar nicht eröffnen. Arcandors verbliebene Konzernsparten Karstadt und Primondo, zu denen Quelle und der Shoppingsender HSE 24 zählen, würden dann ersatzlos abgewickelt.

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