Internetpionier Masayoshi Son
Vorkämpfer für Billig-Tarife

Er hat endlich bekommen, was er wollte: Masayoshi Son, Japans Internetpionier, steigt durch den Kauf der japanischen Vodafone-Tochter ins Mobilfunkgeschäft ein. Davon träumte der selbst ernannte Vorkämpfer für mehr Wettbewerb und niedrigere Preise im Telekommarkt schon lange.

TOKIO. Das Geschäft mit schnellen Internetanschlüssen hat er in Japan bereits ordentlich aufgemischt, jetzt ist der Mobilfunk dran. Und mit der Übernahme der gut 15 Millionen Vodafone-Kunden sind die Voraussetzungen auch deutlich besser als bei Sons ursprünglichem Plan.

Zunächst wollte er einen Mobilfunkbetreiber von Grund auf aufbauen und brauchte dafür eine Lizenz, die ihm die Regierung aber vorenthielt. Das prangerte Son auf seine Weise an: Er veröffentlichte die Namen von Ex-Beamten des Kommunikationsministeriums, die nach der Pensionierung einen gut bezahlten Posten bei einem der etablierten Mobilfunker, NTT Docomo oder KDDI, erhalten hatten. Das sei der Grund für die bevorzugte Behandlung dieser Konzerne, sagte Son.

Der 48-Jährige ist bekannt dafür, dass er mit dem Kopf durch die Wand will, seine Visionen hartnäckig verfolgt und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lässt. Als Sohn koreanischer Eltern, die im Süden Japans eine Pachinko-Halle, einen Glücksspielsalon, betrieben, musste er sich hocharbeiten und um Anerkennung kämpfen. Er überredete seine Eltern, ihn zum Englischlernen in die USA zu schicken. Son war beeindruckt von dem Unternehmergeist dort und studierte an der Berkeley-Universität Wirtschaft. 1981 gründete er die Softbank Corp., eine Software-Vertriebsgesellschaft. Das Startgeld brachte ihm ein Patent für eine Übersetzungssoftware ein.

Der Börsengang 1994 spülte Softbank genug Geld in die Kasse, um sich ins Internetgeschäft einzukaufen – unter anderem bei der Internetsuchmaschine Yahoo. Einige andere Investitionen erwiesen sich als Flop. Mittlerweile ist Sons Konzern an mehr als 500 Unternehmen beteiligt.

Doch das ist dem Softbank-Präsidenten, der ein Drittel der Aktien hält, nicht genug. Er will „eher Geschäftsmann als ein Investor“ sein und baute Yahoo BB zum Anbieter schneller und sehr günstiger Internetanschlüssen auf. Die Kehrseite: Softbank schreibt seit Jahren Verluste.

Das hielt Son aber nicht davon ab, 2004 den Festnetzbetreiber Japan Telecom zu kaufen und jetzt 12,3 Milliarden Euro in Mobilfunk zu stecken. Mit Internet, Festnetz und Mobilfunk aus einer Hand will Son die Konkurrenz überrunden – wieder mal ein ehrgeiziges Unterfangen, das ihm Experten aber durchaus zutrauen.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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