Jean Hollands ent-zickt schwierige weibliche Führungskräfte – wie, verrät sie im Interview
Zickenalarm im Unternehmen – es gibt noch Hoffnung

Renommierte US-Firmen wie Microsoft, Apple, Intel oder Hewlett-Packard schicken zickige weibliche Führungskräfte zu Jean Hollands ins Training. Die Psychologin und Bestseller-Autorin lehrt allzu taffe Karrierefrauen, die übers Ziel hinausschießen und ihre Mitarbeiter verprellen, wie sie mit Kollegen zurechtkommen – und verhilft ihnen oft zum weiteren Aufstieg.

HB DÜSSELDORF.Handelsblatt:Frau Hollands, dass nur zwölf Prozent der US-Frauen hohe Chefpositionen erreichen, liegt Ihrer Meinung auch daran, dass sie zu hart und aggressiv auftreten?

Jean Hollands: Frauen kommen oft in ihrer Karriere nicht weiter, wenn sie sich wie Männer benehmen oder deren negative Eigenschaften imitieren: Kollegen anbrüllen, Befehle bellen oder sich sonst wie hässlich aufführen. Auch Frauen dürfen an Macht interessiert sein. Aber von ihnen wird nun mal erwartet, dass sie sich auch ein bisschen weiblich geben, zuhören können und Empathie zeigen. Härte und Aggressivität mag sie bis zu einem bestimmten Karrierelevel bringen, aber dann erweist sich so ein Verhalten als kontraproduktiv. Sie müssen lernen, wieder feinfühlig und liebenswürdig zu werden.

Warum sollten sich Frauen, wenn sie eine gewisse Karrierestufe erreicht haben, noch ändern wollen? Kann es ihnen nicht egal sein, was Untergebene von ihnen halten?

Es ist niemals zu spät, eine angenehme Chefin zu werden. Je höher man steigt, um so einsamer wird man. Wer da keine Freunde und Verbündete hat, der wird schnell unglücklich. Außerdem: Für einen angenehmen Chef arbeiten die Menschen lieber, Dinge werden schneller erledigt, die Produktivität steigt.

Ist denn eine Verhaltensänderung, wenn man sich um der Karriere willen jahrelang Härte antrainiert hat, überhaupt noch möglich?

Mittlerweile haben 60 Frauen mein Programm durchlaufen, und alle sind jetzt zufriedener, verdienen mehr und haben vor allem begriffen, dass eine Veränderung zum Positiven nicht so schwer ist und dass kleine Änderungen meist schon ausreichen.

Ein Beispiel: In unserer globalen Welt ist die Kommunikation übers Telefon oft die einzig mögliche zwischen zwei Geschäftspartnern, und schon die Telefonstimme bewirkt eine ganze Menge. Ob man freundlich „Hallo, hier ist Mary Jones. Wie geht es Ihnen?“ sagt oder nur „Jones“ ins Telefon bellt, beeinflusst schon denjenigen am anderen Ende der Leitung.

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