Jerry Yang
Zu schön, um wahr zu sein

Peinliche Situation für Jerry Yang: Der Yahoo-Chef erhält nun doch weniger Rückendeckung für seine Wahl in den Verwaltungsrat als ursprünglich verkündet.

DÜSSELDORF. Es schien einfach zu schön, um wahr zu sein. Mit 85 Prozent der Stimmen sei Jerry Yang in den Verwaltungsrat gewählt worden, hatte Yahoo nach der Hauptversammlung des Internetkonzerns am vergangenen Freitag verkündet. Welch ein Vertrauensbeweis der Investoren für den Chef und Mitgründer, der gerade die hartnäckigen Avancen des Softwareriesen Microsoft zum vorerst letzten Mal abgeschmettert hatte - und den Aktienkurs weiter nach unten schickte.

Nur: Es ist nicht wahr. Zunächst hatten zwei Yang-kritische Fonds die Ergebnisse angezweifelt. Jetzt musste der Dienstleister Broadridge, der die Stimmen im Auftrag Yahoos gezählt hatte, Unstimmigkeiten einräumen: Wegen technischer Probleme sei ein Teil der Neinstimmen nicht gewertet worden, hieß es. So werden aus 85 Prozent für Yang auf einmal nur 66. Yangs getreuer Verwaltungsratschef Roy Bostock kommt sogar lediglich auf 60 statt 80 Prozent Zustimmung. In das Kontrollgremium ziehen die beiden trotzdem ein, ebenso wie die übrigen Kandidaten.

Doch der Friede-Freude-Eierkuchen-Eindruck ist dahin. "Mit derart schlechten Zahlen gewählt zu werden ist peinlich", sagt Charles Elson, Direktor des Zentrums für Corporate Governance an der Universität Delaware.

Yangs Stuhl bleibt ein heißer, das wird jetzt noch deutlicher. Er muss beweisen, dass Microsoft mit seiner Offerte von 31 Dollar pro Aktie das Unternehmen tatsächlich unterbewertet hat, obwohl das Papier momentan bei weniger als 20 Dollar liegt. Wie viel Zeit ihm die Investoren dafür einräumen, bleibt abzuwarten. Yangs Vorgänger Terry Semel musste im vergangenen Jahr jedenfalls nur eine Woche nach überstandener Hauptversammlung wegen Erfolglosigkeit gehen.

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