Kanadischer Autozulieferer
Westliche Autobauer für Magna-Chef „nicht wettbewerbsfähig“

Siegfried Wolf, Chef des kanadischen Autozulieferers und Lohnproduzenten Magna International, sieht die westlichen Autobauer nicht für die Schwellenländer gerüstet. Er sagte dem Handelsblatt. „Die Autoindustrie ist mit ihren historischen Kostenblöcken nicht wettbewerbsfähig.“

Etablierte Hersteller hätten das Problem, abspecken zu müssen. „Da haben es neue leichter, die von unten kommen.“ Der indische Hersteller Tata, der mit dem Nano das günstigste Auto der Welt herstellen will, gehe ganz anders heran und frage sich: Was braucht mein Auto? „Für Zulieferer bietet das neue Chancen.“

Der Kostendruck sei allerdings in allen Märkten enorm. „Wir arbeiten an laufenden Prozessen, Autos billiger zu machen“, sagte Wolf. „Wir können uns keine Minute auf dem ausruhen, was wir erreicht haben.“

Die Auftragsflaute von Lohnfertigern wie Magna und dem Osnabrücker Unternehmen Karmann ist aus Wolfs Sicht kein Dauerzustand. Er sei felsenfest davon überzeugt, dass neue Aufträge kämen. „Die Hersteller müssen das machen, um ihre Prozesse zu optimieren“. Den ersten Auftrag in der Branche seit Jahren konnte Magna mit der Geländeversion des Mini von BMW („Colorado“) für sich verbuchen.

Wolf fordert variable Arbeitsbedingungen. „Entscheidend ist, wie ich zum richtigen Zeitpunkt arbeiten kann. Dazu müssen wir uns von den festgefahrenen Strukturen lösen. So brauchen wir flexible Arbeitszeitmodelle.“

Der Magna-Chef ärgert sich über mangelnde gesetzliche Harmonisierung in der EU. „Europa ist da total überreguliert. In jedem Land müssen wir ein Auto einzeln zulassen“, sagte Wolf dem Handelsblatt. „In Deutschland, Frankreich oder Spanien etwa. Das kann nicht sein. Jeder Test kostet unheimlich viel Geld.“

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