Kapitalgeber ziehen in Aufsichtsrat von Pro Sieben Sat1 ein
Jetzt reden die Investoren mit

Im Aufsichtsrat der Pro Sieben Sat 1 Media AG wird künftig nur noch Englisch gesprochen: Drei Vertreter der wichtigsten Finanzinvestoren von Haim Saban ziehen in das Kontrollgremium ein.

HB MÜNCHEN. Wie Deutschlands größter TV-Konzern gestern mitteilte, sitzen künftig John Connaughton von Bain Capital Partners, Patrick Healy von Hellmann & Friedman und Seth Lawry von Thomas H. Lee Partners im Aufsichtsrat.

US-Milliardär Haim Saban hatte im Sommer im zweiten Anlauf die Mehrheit der Stammaktien bei Pro Sieben Sat 1 übernommen. Er selbst brachte aber nur knapp 25 Prozent der Kaufsumme von rund 525 Millionen Euro auf. Den restlichen Betrag trugen sieben US-Finanzinvestoren zusammen. Zunächst gewährten sie Saban Kredite, diese werden derzeit in Anteile an der Zwischengesellschaft P7S1 Holding umgewandelt.

Jetzt wollen die Investoren bei Pro Sieben Sat 1 auch mitsprechen. Der Druck auf das Management des Fernsehkonzerns, die Rendite deutlich zu steigern, dürfte damit noch zunehmen. Denn die kühlen Rechner aus der Finanzbranche sind in erster Linie an guten Zahlen interessiert. Intern wird schon mit Hochdruck an einer neuen Strategie gearbeitet. In der vergangenen Woche kündigte Sender-Chef Urs Rohner an, dass diese bis Dezember oder Anfang kommenden Jahres verkündet werde. Als gefährdet gilt nach wie vor der defizitäre Nachrichtenkanal N 24. Zudem soll die Zusammenarbeit der wichtigsten Konzernsender Sat 1 und Pro 7 gestärkt werden.

Haim Saban wird künftig weiter den Vorsitz des Aufsichtsrats behalten, Vize bleibt seine rechte Hand, Adam Chesnoff. Die neuen Aufsichtsräte ersetzen Ron Kenan, Ynon Kreiz und Arieh Saban, Vertraute Sabans, die aber nur als Platzhalter dienten. Weiterhin sitzen in dem Kontrollgremium für den Axel Springer Verlag Mathias Döpfner und Hubertus Meyer-Burckhardt, Wolfgang Hartmann (Commerzbank) sowie Kirch-Insolvenzverwalter Michael Jaffé.

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