Karrieren
Ein Schweizer Banker löst Don King ab

Erst legte er für Weltmeister Oscar De La Hoya die Millionen an, dann sagten sie gemeinsam den berüchtigten Box-Promotern den Kampf an. Heute ist der Berner Richard Schaefer der mächtigste Strippenzieher am Ring.
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Los AngelesSein Aufstieg zum mächtigsten Box-Promoter der Welt begann in einem Tümpel. Als der Schweizer Banker und der amerikanische Box-Weltmeister Oscar De La Hoya das erste Mal aufeinandertrafen, rasten sie auf einem kalifornischen Golfplatz in ein Wasserloch. Richard Schaefer hatte Gas- und Bremspedal des Golfcarts verwechselt, De La Hoya nahm es mit Humor. Die beiden wurden trotzdem Partner. Und der Berner Schaefer stieg innerhalb weniger Jahre zum mächtigsten Strippenzieher im Boxgeschäft auf. Heute stellt der Geschäftsführer von „Golden Boy Promotions“ die großen Kämpfe in Las Vegas zusammen, hantiert mit den Millionengagen der Fernsehsender und verhandelt mit den Superstars der Faustkampfbranche.

De La Hoya ist schon lange nicht mehr der „Golden Boy“. Der Olympiasieger und mehrfache Weltmeister musste im vergangenen Jahr Alkohol- und Drogensucht, Selbstmordgedanken und außereheliche Affären eingestehen. Während der Amerikaner gegen sich selbst kämpfte, hielt Schaefer das gemeinsame Unternehmen am Leben. 2001 hatten sie „Golden Boy Promotions“ als Gegenentwurf zu den allmächtigen Promotern Don King und Bob Arum gegründet. Von Boxern für Boxer, nach Vorbild des Filmstudios United Artists. De La Hoya, damals noch aktiv, wollte nicht mehr große Anteile seiner Kampfbörsen an die Schattenmänner im Hintergrund verlieren. Im Amerikaner Bernard Hopkins machte er neben anderen Athleten sogar einen seiner früheren K.o.-Bezwinger zum Teilhaber.

Schaefer, der zuvor als Vermögensverwalter der Schweizer UBS in Los Angeles De La Hoyas Millionen gewinnbringend angelegt hatte, ernannte er zum CEO. „Ich setzte mich damals mit Oscar und seinen Anwälten zusammen an einen Tisch und präsentierte ihnen meine Steuererklärung“, erzählte Schaefer dem Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“. „Ich sagte ihnen: „Ich komme nur zu euch, wenn ihr mir das Gleiche zahlt wie die Bank.' Sie schauten sich kurz an - und nickten dann. Wir hatten einen Deal.“ Seine Entscheidung hat Schaefer nicht bereut. Den einst mächtigsten Box-Promoter der Welt, Don King, hat er praktisch aus dem Markt gedrängt. Der Exzentriker mit der Starkstromfrisur spielt in Amerika keine Rolle mehr. Der 80 Jahre alte Arum mischt noch ganz oben mit - dank des Filipinos Manny Pacquiao, der neben dem Amerikaner Floyd Mayweather als bester Boxer der Welt gilt.

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Den Respekt der Branche hat er sich hart erarbeitet

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