Kaufmännische Sorgfaltspflichten verletzt
Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Gefängnis für Kölmel

Im Untreue-Prozess gegen den Kinowelt-Gründer Michael Kölmel hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren für den Angeklagten gefordert. Kölmel habe sich wiederholt und mit krimineller Energie bereichert und einen exorbitanten Schaden verursacht, sagte der Staatsanwalt am Dienstag vor dem Landgericht München

MÜNCHEN. Insgesamt werden dem Medienunternehmer 15 Fälle der Untreue sowie Betrug und Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Er soll der mehrheitlich von ihm beherrschten Sportwelt-Beteiligungsgesellschaft illegal Gelder zugeschanzt und rund 30 Millionen Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

Nach Auffassung der Anklagebehörde verletzte der Medienunternehmer mehrfach seine kaufmännischen Sorgfaltspflichten und täuschte Aktionäre und Öffentlichkeit. So soll er am Aufsichtsrat vorbei die Übernahme der Sportwelt durch die Kinowelt betrieben haben. Als Kaufpreis für die Anteile an dem Sportrechte-Vermarkter erhielt Kölmel laut Anklage 30 Millionen DM. Eine Gegenleistung - etwa in Form der Übertragung von Vermögenswerten - soll es aber nie gegeben haben. Allein für diese Vorwürfe beantragte die Staatsanwaltschaft eine Einzelstrafe von fünf Jahren.

Sowohl Kinowelt als auch Sportwelt waren später Pleite gegangen. Kölmels Verteidiger zeigte sich fassungslos von der Höhe des geforderten Strafmaßes. Er selbst wolle in seinem Plädoyer, das für den Nachmittag erwartet wurde, allenfalls eine Insolvenzverschleppung einräumen, kündigte der Anwalt an.

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