Konservierung
Blutverlust ist keine Körperverletzung

Wenn eine Blutkonservierung für spätere Zwecke verloren geht, stellt dies nicht unbedingt einen Fall von Körperverletzung dar.

Eine junge Mutter wollte auf Nummer sicher gehen und ließ nach der Geburt ihres Sohnes im November 2003 Blut aus dessen Nabelschnur konservieren. Der Vorteil: Die darin enthaltenen Stammzellen sind jung und deshalb besonders geeignet für Therapien. Wenn der Junge später erkrankt, so das berechtigte Kalkül der Mutter, könnten ihm die konservierten Zellen das Leben retten.

Doch die sachgemäße Konservierung scheiterte, weil ein Mitarbeiter der Stammzellenbank das Blut auslaufen ließ. Die Mutter forderte für den Sohn 10 000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz. Das Landgericht Leipzig entschied: Schmerzensgeld gibt es nicht, weil der Verlust der Behandlungschance keine Körperverletzung ist (06 O 826/06). Der Stammzellenbankbetreiber müsse aber Schadensersatz zahlen, falls der Junge erkranke und mangels Stammzellen nicht therapiert werden könne.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%