Korruption
Ex-Chef von Siemens Griechenland gefasst

Die Jagd ist beendet. Eine spannender Krimi der Unternehmenswelt noch lange nicht. Im Zusammenhang mit der Siemens-Schmiergeldaffäre haben Ermittler den früheren Chef der griechischen Landesgesellschaft des Konzerns festgenommen.

HB MÜNCHEN/ROSENHEIM. Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München, Alfons Obermeier, bestätigte, dass Michael C. in Deutschland festgenommen worden ist. Er wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Die griechischen Behörden werfen ihm und sechs weiteren Ex-Siemens-Managern Korruption und Geldwäsche im Zusammenhang mit einem Vertrag von Siemens mit der größten griechischen Telekommunikationsgesellschaft OTE in den 90er Jahren vor. Sie sollen dem damals staatlichen Telekomkonzern OTE rund 57 Mio. Euro an Schmiergeldern gezahlt haben. Auch ein Angestellter von OTE ist angeklagt. Die Verdächtigen haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Generalstaatsanwaltschaft wollte im Laufe des Nachmittags Einzelheiten zu der Festnahme von C. bekanntgeben. Die Anwälte des früheren Chefs von Siemens Griechenland, Stefan Kursawe und Daniel Peter, erklärten in einer schriftlichen Mitteilung, ihr Mandant sei am Donnerstagmorgen im oberbayerischen Rosenheim festgenommen worden. Sie sehen ihren Mandanten im Falle einer Auslieferung nach Griechenland in Gefahr. "An diesem Fall hängen Dutzende griechischer Spitzenpolitiker, die kein Interesse an einem Geständnis haben", erklärte Verteidiger Kursawe: "Ich fürchte um das Leben meines Mandanten, sobald dieser griechischen Boden betritt."

Dagegen erklärte Generalstaatsanwaltschafts-Sprecher Obermeier, es lägen keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung vor. Laut Medienberichten soll C. versucht haben, Wahlen in Griechenland zugunsten von Siemens zu manipulieren. Demnach wollte er Siemens-Geld an griechische Politiker weiterleiten.

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