Lee Jae-yong
Anklage gegen Firmenerben erschüttert Samsung

Im Korruptionsskandal in Südkorea werden die Ermittler Anklage gegen Lee Jae-yong erheben. Der Samsung-Erbe muss sich wegen Bestechung und Untreue verantworten. Der Konzern kündigt zugleich einen Umbau an.
  • 0

SeoulDer Korruptionsskandal um Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye erschüttert Samsung bis ins Mark. Die Staatsanwaltschaft erhob am Dienstag Anklage gegen den Chef des größten Konzerns des Landes, Jae Yong-Lee, und vier weitere Spitzenmanager. Ihnen wird Bestechung und Veruntreuung vorgeworfen.

Als Reaktion kündigte die Samsung-Gruppe einen Umbau an. Das Strategiebüro des Konglomerats wird aufgelöst und die einzelnen Töchter vom Handy-Bau bis hin zur Biotechnologie sollen künftig unabhängig tätig sein sowie von eigenen Vorstandschefs und Führungsgremien geleitet werden. Mehrere Top-Manager traten zurück. Davon ist auch der Smartphone-Riese Samsung Electronics betroffen, der noch mit den Folgen des milliardenschweren Brand-Debakels beim Vorzeige-Handy Galaxy Note 7 kämpft.

„Wir bitten für die gesellschaftliche Kontroverse und die Probleme, die wir verursacht haben, um Entschuldigung“, erklärte die Samsung-Gruppe. Lee befindet sich bereits seit dem 17. Februar in Untersuchungshaft. Hintergrund ist ein Ringen um die Erbfolge in der Firmen-Gruppe. Diese wird von ihm geführt, seit sein Vater Lee Kun-hee 2014 durch einen Herzinfarkt außer Gefecht gesetzt wurde.

Um seine Macht zu festigen, soll der 48-jährige Enkel des Unternehmensgründers Schmiergeld gezahlt haben, um die Zustimmung der Regierung zu einer wichtigen Fusion innerhalb des Mischkonzerns zu bekommen. Das Geld soll an Organisationen einer Freundin von Präsidentin Park geflossen sein.

Gegen die 65-jährige Park hat das Parlament wegen der Affäre im Dezember ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Lee drohen bis zu 20 Jahre Haft. Angeklagt wurden auch Lees Vize und Strategiechef Choi Gee-sung sowie Park Sang-jin, der Präsident von Samsung Electronics. Beide räumten daraufhin ihre Posten.

Parks Freundin Choi Soon-sil steht im Zentrum des Skandals, der das Land seit Monaten in seinen Grundfesten erschüttert. Sie soll sich in Regierungsgeschäfte eingemischt und mehr als 50 Konzerne zu Spenden an zwei Stiftungen genötigt haben, die politische Initiativen der Präsidentin unterstützen sollten. Lee, Park und Choi bestreiten ein Fehlverhalten. Am 6. März will der Sonderermittler seinen Abschlussbericht vorlegen.

Seite 1:

Anklage gegen Firmenerben erschüttert Samsung

Seite 2:

Strategiebüro steht schon länger in der Kritik

Kommentare zu " Lee Jae-yong: Anklage gegen Firmenerben erschüttert Samsung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%