Luca de Meo von Fiat ist "CMO of the Year"
Chamäleonartige Züge

Luca de Meo betreibt Markenforschung gerne auch mal selbst: Der Markenchef von Fiat mischt sich dann unters Volk und beobachtet die Reaktionen der Konsumenten. Der 41-Jährige gilt bereits als Veteran der Branche.

MAILAND. Im Nadelstreifenanzug preist Luca de Meo auf der Bühne der Olympia-Sporthalle in Turin die Vorzüge des "Grande Punto" an. Bei der Vorstellung des neu aufgelegten Klassikers "500" (Cinquecento) dagegen gibt sich der dunkelhaarige Manager jugendlich im Sweatshirt mit Reißverschluss und Turnschuhen. Der Fiat-Marketingvorstand de Meo weist chamäleonartige Züge auf.

"Das mache ich mit Absicht, ich versuche, mich in die Marke hineinzuversetzen", erklärt de Meo, warum er sich auch im Kleidungsstil anpasst. "Marketing ist für mich keine Funktion, sondern eine Einstellung." Übersetzt heißt das: Jeder kann Marketing machen. "Es gibt Techniker, die exzellente Marketingarbeit leisten, weil sie die Marke respektieren und den Markt verstehen", sagt er, "ebenso gibt es Marketingleute, die nur auf die Nummern schauen."

Der 41-jährige Fiat-Manager, der gestern Abend mit dem Preis "CMO of the year" geehrt wurde, gilt seinem Alter zum Trotz bereits als Veteran der Branche. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der Mailänder Bocconi-Universität begann er seine Laufbahn 1992 bei dem französischen Autobauer Renault. Dort führte er unter anderem den "Clio" ein. Sechs Jahre später wechselte er nach Brüssel zu Toyota und begleitete für die Japaner den Auftritt des "Yaris", der sich ebenfalls als Erfolgsmodell herausstellte.

Im Jahr 2002 kam er zu Fiat, in einer Zeit, in der der Traditionskon-zern durch die schwerste Krise seiner Geschichte ging. Vor allem die Autosparte fuhr Milliardenverluste ein. Das Image von Fiat lag am Boden. "FIAT - Fix It Again, Tony" oder "FIAT - Fehlerhaft in allen Teilen" waren die Sprüche, die weltweit den Ruf des italienischen Autoherstellers widerspiegelten. Auch auf dem wichtigen Heimatmarkt fielen die Kommentare nicht besser aus. Sergio Marchionne, der Vorstandsvorsitzende, der Fiat später zurück in die schwarzen Zahlen bringen würde, war noch nicht angetreten.

De Meos Aufgabe war zunächst, bei Lancia den neuen Thesis voran-bringen. Als er später auch beim Ypsilon Erfolg hatte, beförderte der neue Fiat-Chef Marchionne das Nachwuchstalent zum Markenchef der gesamten Autosparte. Zwischendurch galt de Meo sogar als Nachfolger für Marchionne als Chef der Autosparte. Den Posten hat Marchionne zwar bisher behalten. Aber de Meo stieg im vergangenen Jahr zum Gesamt-Marketingchef von Fiat auf und ist damit auch für das Marketing der Lastwagentochter Iveco und der Landmaschinentochter CNH zuständig. Mit diesem Posten ist de Meo in das Gremium "Group Executive Council" aufgerückt, das ausführende Organ des Konzerns neben dem Vorstand. Damit nicht genug: Im Dezember 2007 hat er zusätzlich den Posten des Vorstandschefs von Alfa Romeo übernommen. Dort steht er vor einer großen Herausforderung, will doch Fiat die Sportautos in Zukunft auch in den USA in großem Stil vertreiben.

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