Lütkestratkötter übernimmt das Ruder
Überraschender Führungswechsel bei Hochtief

Der größte deutsche Baukonzern Hochtief hat ab dem kommenden Jahr überraschend einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Der langjährige Vorstandschef Hans-Peter Keitel ziehe sich aus seinem Amt zurück, teilte Hochtief am Dienstagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

HB ESSEN. Nach fast 15 Jahren an der Spitze des Unternehmens habe der 59-Jährige den Aufsichtsrat um die vorzeitige Auflösung seines noch bis zum Jahr 2010 laufenden Vertrags gebeten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit. Unter der Regie von Keitel war Hochtief zu einem international tätigen Baudienstleister ausgebaut worden.

Nachfolger an der Spitze des Konzerns soll der bislang unter anderem für das wichtige Dienstleistungsgeschäft zuständige Hochtief- Vorstand Herbert Lütkestratkötter werden. Es sei vorgesehen, den Aktionären „zu gegebener Zeit“ die Wahl von Keitel in den Aufsichtsrat vorzuschlagen, hieß es. Nach Bekanntgabe der Entscheidung legte der Aktienkurs des Unternehmens am Mittwoch bis zum Mittag um rund 1,8 Prozent zu.

In einem Brief an die Mitarbeiter machte Keitel private Gründe für seinen Rückzug verantwortlich, der ihm nicht leicht gefallen sei, so der Hochtief-Chef. Der Aufsichtsrat habe in seiner Sitzung am Dienstagabend damit seinem persönlichen Wunsch entsprochen. Mit seinem designierten Nachfolger verbinde ihn eine eine langjährige „hervorragende Zusammenarbeit“.

Mit Führungswechsel werde keine Änderung in der Strategie des Baukonzerns eingeleitet, betonte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch. Der als international erfahrener Manager geltende 56- jährige Lütkestratkötter gehört seit 2003 dem Vorstand des Baukonzerns an und hatte bereits in der Vergangenheit eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Unternehmens gespielt. Lütkestratkötter soll im April an die Spitze des Konzerns aufrücken.

Unter seiner Verantwortung war unter anderem das Geschäft mit dem privat finanzierten Bau und Betrieb öffentlicher Infrastruktureinrichtungen weiter ausgebaut worden. Die so genannten PPP-Projekte (Public-Private-Partnership) gelten neben dem Flughafen- Geschäft als wichtiges Standbein des Baukonzerns, der mit Beteiligungen unter anderem in Australien und den USA mittlerweile mehr als 80 Prozent seines Geschäfts im Ausland abwickelt.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Unternehmen unter der Berücksichtigung von Sondereffekten für die ersten neun Monate einen um 38 Prozent auf 46,6 Mill. Euro erhöhten Konzerngewinn vorgelegt. Der Umsatz erhöhte sich bis Ende September um 17,4 Prozent auf 11,4 Mrd. Euro.

Großaktionär des Unternehmens ist die Custodia Holding mit einem Anteil von 25,08 Prozent. Bei der Custodia war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. 68,76 Prozent der Anteile befinden sich im Streubesitz. Das Unternehmen hält 6,16 Prozent an eigenen Anteilen.

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