Luxusgüter-Hersteller
Richemonts Uhren-Chef geht

Georges Kern, bisher Leiter der Uhren-Sparte bei Richemont, verlässt den Schweizer Luxusgüter-Hersteller mit sofortiger Wirkung. Der Schritt kommt überraschend – ein Grund wurde nicht genannt.
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ZürichDer Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont muss nach nur vier Monaten eine Schlüsselstelle erneut besetzen. Georges Kern tritt als Chef des Uhrengeschäfts mit sofortiger Wirkung zurück, wie der Hersteller von Cartier-Schmuck und Luxusuhren der Marken IWC, Piaget oder Jaeger le Coultre am Freitag mitteilte. Zudem werde Kern bei der Generalversammlung am 13. September aus dem Verwaltungsrat ausscheiden. Kern sei eine „interessante Möglichkeit angeboten worden, Unternehmer zu werden“, erklärte Richemont-Präsident Johann Rupert.

Kern hatte lange die Uhrenmarke IWC geleitet, bevor er im April zum Chef des Bereichs Watchmaking, Marketing und Digital aufstieg. Damals hatte Richemont nach einer längeren Nachfrageflaute seine Führungsstruktur radikal umgekrempelt. Richemont verliere mit Kern eine „überaus kenntnisreiche, starke Führungspersönlichkeit“, erklärte Vontobel-Analyst Rene Weber. Eine Beeinträchtigung des Uhrengeschäfts durch den Abgang sei aber nicht zu erwarten.

Jon Cox vom Broker Kepler Cheuvreux mutmaßt, dass Kern mit der neuen Führungsstruktur des hinter der französischen LVMH zweitgrößten Luxusgüter-Herstellers haderte. Kern sei als zukünftiger Vorstandschef der Gruppe gesehen worden, aber Richemont sei nach der Pensionierung von Konzernchef Richard Lepeu zu einer Komitee-Struktur gewechselt, betonte er.

An der Börse schlug die Neuigkeit keine großen Wellen. Die Richemont-Aktien stiegen um ein halbes Prozent und damit etwas stärker als der europäische Sektorindex.

Der Verkauf von edlen Uhren - mit denen Richemont mehr als ein Viertel seines Umsatzes von 10,7 Milliarden Euro erzielt - stockt zuletzt, weil das harte Durchgreifen der chinesischen Regierung gegen Korruption wohlhabende Chinesen verschreckt. Zudem machten kauffreudige Touristen aus Angst vor Terroranschlägen einen Bogen um die Metropolen in Europa.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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