Management Audits dienen der Personalentwicklung – manchmal aber auch der Entscheidung, wer gehen muss
Der Blick ins Innere der Führungskräfte

Wir haben durch das Management Audit ein umfassendes Bild unserer Führungskräfte bekommen. Es hat uns Transparenz gebracht und bei vielen Entscheidungen geholfen“, sagt Johannes Karlisch, Leiter des Führungskräftemanagements beim Versorgungskonzern RWE.

Rund 1 000 Manager sind hier 2001 und 2002 von einem externen Dienstleister beurteilt worden. „Mit der Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte und der Neustrukturierung des Konzerns hatten sich die Anforderungen an unsere Führungskräfte geändert“, sagt Karlisch. „Durch ein umfassendes Audit haben wir eine Grundlage für die zukünftige Führungskräfteentwicklung erhalten.“

Umorganisation ist häufig der Grund für Management Audits. Aber auch Ertragsprobleme, Personalentwicklung oder die Nachfolgeplanung können den Anlass dafür liefern. „Auf Ebene des Top-Managements ist das Audit für die Beurteilung und Entwicklung maßgebend“, erklärt Sabine Becker, Beraterin bei Kienbaum. Bei einer Umfrage sagten ihr zu Beginn des Jahres 180 von 303 Personalverantwortlichen, dass bei ihnen Beurteilungsverfahren laufen, wenn jemand einen Karrieresprung machen möchte.

Das Audit liegt meist in der Hand von Personalberatern. „Sie haben durch ihren Job genügend Erfahrung, um Menschen beurteilen zu können“, sagt Dieter Stein, Geschäftsführer bei Ray und Berndtson in Frankfurt. Im Audit beantworten Manager in mehrstündigen Interviews Fragen. Stein ergänzt diese um ein Rollenspiel: Nur in einer realen Business-Situation zeige sich, wer der Führer im Team sei und wer auf der Strecke bleibe. „In einem Rollenspiel kann der Auditierte nicht mehr blenden“, ist sich Stein sicher. In reinen Interviews sei dies möglich, denn viele Führungskräfte wüssten aus Erfahrung ganz genau, was die Auditoren hören wollen.

Einige Berater holen auch anonymisierte Informationen von Mitarbeitern und Kollegen ein. Und häufig muss der Auditierte sein Selbstbild aufschreiben. „Zusammen mit einem Coaching, das den Führungskräften hilft, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen und daran zu arbeiten, ist das Audit sinnvoll“, meint Ingo Zang, Geschäftsführer der Werbeagentur Macologne in Köln. Vorher war er Unternehmensberater, der Audits veranstaltet hat und auch selbst auditiert wurde.

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