Manager-Versicherung
Zehn Ausreden der D&O-Versicherer, um nicht zahlen zu müssen

Managerhaftpflichtversicherer ziehen sich oft auf Standardfloskeln zurück, wenn sie die Zahlung verweigern. Versicherte Manager wundern sich meist, wie viele Konstellationen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind.

DÜSSELDORF. Nach Meinung von Branchenexperten zahlen die Assekuranzen nur in jedem vierten Fall. Viele versicherte Manager sind darüber überrascht, auch weil sie die Verträge nicht wirklich gelesen, die wahre Bedeutung mancher Klausel nicht erkannt oder die Versicherung mit einem Freibrief verwechselt haben. Gerichtsurteile dazu gibt es kaum. Fälle, die mit einem Vergleich enden, werden im Detail nie bekannt.

Oft können es sich Manager, die im Streit gehen, nicht leisten, die Directors-&-Officers-Versicherung ihres Unternehmens selbst zu verklagen. Denn: Wenn ein Manager erst einmal aus der Firma verbannt wurde, erhält er sein Gehalt nicht mehr und steht plötzlich allein an der Verteidigungslinie. Er hat keinen Zugriff mehr auf Beweismaterial und Firmenunterlagen. Zudem gehen die Kosten für versierte Anwälte - mit Stundenhonoraren von bis zu 500 Euro - schnell in die Hunderttausende. Managerhaftpflicht-Experte und Jurist Michael Hendricks vom gleichnamigen Beratungsunternehmen nennt die Abwehrargumente der Versicherer:

1. Der Manager habe bewusst gegen Gesetze, Verordnungen, Satzungen verstoßen. Manche Assekuranz gibt dann nicht einmal Geld für die Verteidigung - auch wenn sie nicht beweisen kann, dass der Manager bewusst Pflichten verletzt hat. Je exakter interne Richtlinien im Unternehmen sind, umso eher kann die Versicherung den Schutz wegen wissentlicher Pflichtverletzung verweigern. Gerade bei sehr strengerCompliance steigt das Risiko des Deckungsausschlusses.

2. Der Manager habe die Pflicht nicht als Organ in Kontroll- oder Leitungsfunktion verletzt, sondern bei einer Aufgabe des operativen Tagesgeschäfts. Dieser Ausschluss betrifft vor allem Finanzdienstleister, die oft keine Berufshaftpflichtversicherung haben.

3. Wegen eines vereinbarten Ausschlusses von Schäden wegen fehlerhafter Produkte oder Dienstleistungen gewährt manche Versicherung keine Deckung. Die Überraschung ist dann, was die Versicherung alles darunter versteht.

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