Managerhaftung
Sonderfälle benötigen speziellen Schutz

Die normale Manager-Haftpflichtversicherung, kurz D&O, reicht bei Übernahmen, Börsengängen und Beteiligungen nicht aus. Fehler können aber hohe Schadenersatzforderungen nach sich ziehen. Zur Absicherung eignen sich Spezialdeckungen.

HAMBURG. Erwerben Investoren ein Unternehmen, läuft der Versicherungsschutz einer vorhandenen Managerpolice automatisch aus - entweder sofort oder zur nächsten Hauptfälligkeit. Wer den Fortbestand des bisherigen Vertrags mit seinem Versicherer individuell vereinbart, sorgt für lückenlosen Schutz.

Da die meisten Investoren bei Übernahmen ihre Managerhaftpflicht gleich selbst mitbringen, verursachen sie bei den alten Geschäftsführern jedoch ungewollt ein Problem. Die neuen Policen sichern nur Pflichtverletzungen im fusionierten Unternehmen ab, Entscheidungen in der Zeit davor decken sie nicht. Eine Run-Off-Klausel schließt diese Lücke. Sie gilt drei bis fünf Jahre und versichert Fehler, die bereits vor der Übernahme passiert sind.

Ein anderer Spezialfall sind Börsengänge. Ihre Risiken werden häufig unterschätzt. Schon ein kleiner Fehler im Wertpapierprospekt oder eine unachtsame Aussage des designierten Vorstandsvorsitzenden kann erhebliche Schadenersatzansprüche nach sich ziehen. Und der Kreis potenzieller Kläger ist groß: unzufriedene Großinvestoren, das Finanzamt, Kunden oder Kleinaktionäre, die durch das 2005 in Kraft getretene Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz gestärkt wurden. Sogenannte IPO-Versicherungen sichern die Risiken eines Börsengangs ab - und zwar für Unternehmen, Management und alle an der Vorbereitung beteiligten Mitarbeiter.

Peter Wesselhoeft ist Partner beim Industrieversicherungsmakler Gossler, Gobert & Wolters.

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