Marchionne hat in der Schweiz Karriere gemacht
Abenteuer im Turiner Moloch

Sergio Marchionne soll Fiat auf Vordermann bringen und muss mit einem starken Präsidenten Montezemolo auskommen. Marchionne ist Teamarbeit sehr wichtig.

TURIN/ZÜRICH. Bei der Präsentation in Turin spricht eigentlich nur einer: Luca Cordero di Montezemolo. Er ist seit Sonntag neuer Präsident des größten italienischen Industriekonzerns Fiat. „Wir werden hier weder eine One-Man noch eine Two-Men-Show machen. Wir werden im Team arbeiten“, wischt er Bedenken vom Tisch, dass der andere auf dem Podium in seinem Schatten stehen könnte.

Der andere ist Sergio Marchionne. Er ist gerade zum Chief Executive Officer gekürt worden und hört geduldig zu – noch. Mit dem 52-Jährigen und dem Ex-Ferrari-Chef Montezemolo stoßen zwei selbstbewusste Sanierer aufeinander, die sich ungern die Schau stehlen lassen. Ob der aktive Aufsichtsratschef Montezemolo und Vorstandschef Marchionne harmonieren werden, ist alles andere als sicher.

Marchionne mit der tiefen, dominanten Stimme hat in den vergangenen zehn Jahren in der Schweiz Karriere gemacht. Als Finanzchef beim kanadischen Verpackungshersteller Lawson Mardon fädelte er geschickt die Fusion mit der alteingesessenen Alusuisse-Lonza ein. Die Schweizer übernahmen die Kanadier – und Marchionne gleich mit.

Dem Manager gelang 1995 der Sprung an die Spitze des Schweizer Konzerns, nachdem er vorher eine französische Kontrahentin aus dem Feld geschlagen hatte. „Ich habe nie gekämpft“, sagt er heute dazu. „Ich habe einfach Leistung gebracht.“

Die Leistung brachte ihn auf seinen heutigen Posten als Chef des Warenprüfkonzerns Société Générale de Surveillance (SGS). Außerdem sitzt er in den Verwaltungsräten des Biochemie-Unternehmens Serono – und eben bei Fiat.

Was ist das Geheimnis seines Aufstiegs? Sein glückloser Nachfolger bei Lonza, Markus Gmünd, hat dafür eine einfache Erklärung: „Er erbringt die Leistung, die er verspricht.“ Kritiker, von denen viele unter den 3000 Mitarbeitern zu finden sind, die unter seiner Führung bei SGS gehen mussten, werfen ihm einen „brutalen Führungsstil“ vor.

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