Maria-Elisabeth Schaeffler
Mit viel Gas in die Kurve

Lange wurde Maria-Elisabeth Schaeffler unterschätzt. Doch seit der angekündigten Übernahme von Continental ist das Leben der Unternehmerin ins öffentliche Blickfeld gerückt. Und momentan läuft es alles andere als gut für sie: Privat, wie beruflich. Nach der Finanzkrise bezweifeln einige Experten sogar, dass Schaeffler die Übernahme noch stemmen kann.

BERLIN. Maria-Elisabeth Schaeffler ist nicht nur eine elegante Dame, sondern ein ebenso disziplinierter wie warmherziger Mensch. Gemeinsam mit der CDU-Politikerin Angela Merkel, inzwischen Bundeskanzlerin, war sie lange eine der meist unterschätzten Frauen der Republik.

Derzeit läuft es aber einfach nicht rund für die Unternehmerin, die im Sommer durch den Übernahmekampf um Continental Schlagzeilen machte. Frisch aus Österreich gelandet, passiert ihr gestern Morgen auf einem Automobil-Kongress im Berliner Tagungshotel Marriott ein Malheur mit der Milch. Die linke Hand voller Servietten, schüttelt sie mit der rechten tapfer lächelnd im Besprechungszimmer „Paris“ die ihr hingereichten Hände.

Und dann auch noch das: Frau Schaeffler steuert in der Mittagspause des Fachkongresses der „Automobilwoche“ ein paar Runden mit einem Spielzeugauto auf der Carrerabahn. Allerdings etwas zu schnell, es trägt sie aus der Bahn. Naheliegende Schlagzeilen wie „Schaeffler fliegt aus der Kurve“ sind ihr schnuppe. Kaum hat sich die erste Überraschung gelegt, lächelt sie.

Eisern kämpft sie sich durch diesen Berliner Novembertag. Obwohl ihre Topmanager, allen voran Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger, diese Woche mit ihr in den Innsbrucker Bergen über die Strategie des in schwieriges Fahrwasser geratenen Zulieferers beraten, hat sie sich in die deutsche Hauptstadt aufgemacht. „Ich habe bereits im Januar zugesagt, als ich noch nicht wusste, was in diesen Wochen sein würde“, sagt sie.

Für Maria-Elisabeth Schaeffler kommt Kneifen nicht in Frage. Mit ihrem Sohn Georg im Schlepptau, dem zweitem Gesellschafter der Unternehmensgruppe, erfüllt sie einen ihrer raren öffentlichen Auftritte. „Mein Sohn und ich stellen uns der Verantwortung“, sagt sie später über ihre Verpflichtung als Unternehmerin gegenüber den Mitarbeitern.

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