Mastercard
Finanzchefin Hund-Mejean gegen Frauenquote

Die Finanzchefin des Kreditkartenanbieters Mastercard hat sich gegen eine Frauenquote in Deutschland ausgesprochen. Den deutschen Kreditkartenmarkt bezeichnete Martina Hund-Mejean derweil als "größere Herausforderung".
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FrankfurtDie in Deutschland heiß diskutierten Frauenquoten sind nach Ansicht von Mastercard-Finanzchefin Martina Hund-Mejean nicht der Schlüssel zum Erfolg. „Meiner Meinung nach müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, sagte die 50-Jährige am Freitag in Frankfurt. „Nicht so, dass man Frauen aktiv fördert. Aber viele Frauen wollen eben Familie haben und trotzdem arbeiten - und wenn Schulen um eins schließen, ist das nicht gut.“ Hund-Mejean, die gebürtig aus dem heutigen Frankfurter Stadtteil Höchst stammt, lebt seit 25 Jahren in den USA und ist seit November 2007 Finanzvorstand des Kreditkartenanbieters Mastercard.

„Als ich mit 26 Jahren in die USA ging hatte ich schon das Gefühl, dass es in Amerika mehr befürwortet wird, dass Frauen in höhere Führungspositionen kommen“, erinnert sie sich. Die mit einem Franzosen verheiratete zweifache Mutter hat aber auch erlebt: „Man muss sich das erarbeiten, dann bekommt man auch die Chance.“ Als Wachstumsmärkte für den Kreditkartenanbieter sieht Hund-Mejean derzeit vor allem Osteuropa, Südamerika und Asien. Deutschland sei dagegen „eine größere Herausforderung als viele andere Märkte“.

Deutschland-Chef Peter Ehmke erläuterte: „Deutschland ist von der Kultur her noch sehr stark bargeldgetrieben.“ Nach den aktuellsten Bundesbank-Zahlen von 2009 sind Schein und Münze bei Einkäufen mit einem Anteil von etwa 82 Prozent aller Geschäfte das meistgenutzte Zahlungsmittel in Deutschland. Gemessen am Umsatz liegt der Bargeldanteil hierzulande bei etwas weniger als 60 Prozent.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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