Medien
Bernhard Burgener: Der große Unbekannte

Der Chef der Medienfirmen EM Sport und Highlight will mit Hilfe von Leo Kirch eine Mediengruppe aufbauen. Doch beim ersten öffentlichen Auftritt verkündet er schlechte Zahlen.

MÜNCHEN. In der Medienbranche gibt es wahrlich schillernde Persönlichkeiten. Bernhard Burgener, so viel steht fest, gehört nicht unbedingt dazu. Wenn es hochkommt, sei er vielleicht viermal bei einer Filmpremiere gewesen, sagt der 51-Jährige.

Nicht, dass der Chef der Medienfirmen EM Sport und Highlight sowie demnächst auch von Constantin kein Filmfan wäre. Doch Burgener sucht sich lieber einen Titel aus seiner umfangreichen DVD-Sammlung daheim aus und sieht die Filme auf dem Sofa mit der Familie an. Oder wenn, wie vorgestern, der FC Basel in der Champions League einen Punkt bei Barcelona holt, dann sind das Festtage im Hause Burgener. „Ich bin absolut bodenständig“, sagt der Schweizer. Die großen öffentlichen Auftritte seien nicht so sein Ding, dafür wisse er alles über Zahlen.

Dieses Wissen wird er auch brauchen. Denn als erste Amtshandlung als Chef von EM Sport musste er einen hohen Abschreibungsbedarf und einen bevorstehenden Jahresverlust verkünden. Die neue Mediengruppe, die er da in den vergangenen Jahren auch mit Unterstützung von Leo Kirch gebaut hat, sieht Burgener dennoch auf gutem Wege.

Ganz einfach zu durchschauen ist das Firmengeflecht noch nicht, dem Burgener da vorsteht. Das mag auch daran liegen, dass im Hintergrund Leo Kirch die Strippen zieht, der noch nie vor komplexen Konstruktionen zurückschreckte.

Kurz gesagt, sieht es heute so aus: EM Sport kontrolliert die Schweizer Highlight, die Burgener einst groß gemacht hatte. Highlight wiederum besitzt knapp 98 Prozent der Anteile an der Produktionsfirma Constantin, die einst Bernd Eichinger gründete. Aus diesem Dreierbund soll nun in einigen Jahren ein kleiner Medienkonzern entstehen. Dazu gehören unter anderem der Sportsender DSF und die Sportproduktionsfirma Plazamedia (beide EM Sport), die DVD-Sparte von Highlight, der Sportrechtevermarkter Team und die renommierte Constantin.

Der starke Mann an der Spitze all dessen ist nun Burgener, für viele immer noch der große Unbekannte.

Ein unauffälliger Typ mit leicht bubenhafter Frisur und einem leicht scheuen Lächeln betritt da an diesem sonnigen Mittwoch einen Bibliotheksraum im feudalen Luxushotel Bayerischer Hof in München. „Ich freue mich, erstmals vor die Presse zu treten“, sagt Burgener höflich.

In ihm drin sieht es wohl anders aus. Zwar redet Burgener so langsam, wie es sich für einen echten Schweizer geziemt. Doch dabei knetet er anfangs unentwegt die Hände, rückt immer wieder den kleinen Papierstapel vor sich zurecht. Diesen Mann drängt es nicht in die Medien.

Doch heute, da besteht Erklärungsbedarf:

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