Medienbericht
Ex-Daimler-Vorstand bestätigt Gespräche mit VW

Der ehemalige Daimler-Produktionsvorstand Andreas Renschler bestätigt in einem Interview, mit Volkswagen über einen neuen Job zu verhandeln. Allerdings spreche er auch mit anderen Unternehmen.
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DüsseldorfFür die Außenwelt kam der Abgang von Daimler-Veteran Andreas Renschler aus dem Vorstand des Automobilkonzerns überraschend. Doch in einem Interview mit der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ sagt er, schon seit einer Vorstandsrotation im April 2013 den Gedanken an einen Wechsel verfolgt zu haben. „Ich musste zustimmen, damit Zetsche wiedergewählt wurde“, sagt der 55-Jährige. Vor fast einem Jahr war Daimler-Chef Dieter Zetsche für drei weitere Jahre an der Konzernspitze bestätigt worden, doch die Arbeitnehmer hatten auf neue Verantwortlichkeiten im Vorstand gedrängt.

Renschler gab damals den Vorstandsposten als Chef der Lkw-Sparte auf und wurde Produktionsvorstand, doch der Traumjob als Mercedes-Chef blieb ihm auf Dauer verwehrt. Denn Aufsichtsratschef Manfred Bischoff hatte klar gemacht, dass der Job erst Ende 2016 neu vergeben werde – bis dahin führt Zetsche in Personalunion die Stammmarke. Schon damals sei Renschler klar gewesen, „dass ich diesen Job nicht auf Dauer mache“, so der Manager.

Er bestätigt der Zeitschrift zudem, dass er mit Volkswagen über eine neuen Job verhandele. Dort könnte er Vorstand für die Lkw-Sparte werden. Bei VW hakt die Kooperation von Scania und MAN. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte kürzlich gesagt, dass es noch keine Entscheidung des Aufsichtsrats über eine Verpflichtung Renschlers gebe. „Hinterher können Sie sagen, die Besten ködern die Besten“, orakelte Piëch.

Renschler spricht in dem Interview jedoch auch davon, ebenfalls mit anderen Unternehmen der Automobilbranche im Gespräch zu sein. Er habe aber keinen Zeitdruck und werde eine neue Aufgabe erst Anfang 2015 übernehmen. Daimler-Chef Zetsche hatte gesagt, dass „von der Vertragsgestaltung Herr Renschler in absehbarer Zeit für keinen Wettbewerber arbeiten wird“. Diese Karenzzeit dürfte damit gewahrt bleiben.

Daimler präsentierte am Donnerstag seine Jahreszahlen.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Ein alte Legende sagt: "Wer sich mit Piech anlegt, hat schon verloren".

    Ich freue mich, dass Volkswagen am wieder der strahlende Sieger sein wird. Die Besten gehen zu Volkswagen und der Kunde profitiert davon, weltweit.

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