Mentalität
Chinesen klicken anders

Wer im Reich der Mitte erfolgreich verkaufen will, muss die Mentalität erforschen und seine Produkte anpassen. Einfach nur Technikprodukte in den Container zu packen und nach Schanghai zu verschiffen reicht nicht aus.

PEKING. Chinesen ticken nicht nur anders, sie klicken auch anders. Software-Experten sind immer wieder verblüfft, wie verschieden die Bedienelemente von Webseiten, aber auch von Mobiltelefonen, Computerprogrammen oder DVD-Playern angeordnet sein müssen, damit Kunden im Reich der Mitte mit ihnen zurechtkommen. „Wir waren völlig überrascht, dass die Benutzbarkeit von Testgegenständen in China oft vollkommen anders bewertet wird als in westlich geprägten Ländern“, erzählt Tim Bosenick, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens SirValUse Consulting in Hamburg.

Seine Firma berät Unternehmen wie Sun Microsystems, damit diese bei der Entwicklung von Bürosoftware wie „Star Office“ wissen, wie sie die einzelnen Befehlszeilen anordnen müssen. So dass nicht nur Amerikaner und Europäer intuitiv erfassen, wie sie einen Text speichern oder ausdrucken. Auch der Elektronikriese Panasonic lässt die Bedienelemente seiner DVD-Spieler bei den Hanseaten auf ihre internationale Gebrauchstauglichkeit testen.

Gerade wenn es um das China-Geschäft geht, halten Experten es für wichtig, derartige Beratungsunternehmen in die Entwicklung mit einzubeziehen. „Wer den chinesischen Massenmarkt erschließen will, muss Anpassungen vornehmen“, ist Technologieexperte Andreas Gentner, Partner bei Deloitte Consulting in Stuttgart, überzeugt.

Einfach nur Technikprodukte in den Container zu packen und nach Schanghai zu verschiffen reicht dazu nicht aus. Wer Mobiltelefone verkaufen will, muss etwa bedenken, dass Chinesen im Durchschnitt kleiner sind als Europäer oder Nordamerikaner. „Die Geräte selbst und ihre Tasten dürfen also nicht groß und klobig sein“, weiß Gentner. Weil chinesische, aber auch koreanische und japanische Mobiltelefonbauer die Vorlieben und Abneigungen von Haus aus kennen, schlagen sie sich bislang in der Gunst der Kunden besser als westliche Anbieter. Allerdings lernen Firmen wie Nokia oder Motorola rasch dazu. Beide haben – wie etwa auch der deutsche Softwarehersteller SAP – Designzentren in China eröffnet. Dort bestimmen Einheimische maßgeblich die Gestaltung der Produkte für den chinesischen Markt.

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