Middelhoff-Prozess
Der talentierte Herr Esch

Heute tritt Josef Esch im Prozess gegen Thomas Middelhoff auf. Der Ex-Arcandor-Manager vertraute ihm offenbar blind. Damit steht er nicht allein da. Wie konnte der einstige Maurer so viel Macht erlangen?
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DüsseldorfJosef Esch ist nicht anwesend, und trotzdem kommt das Thema schon am zweiten Prozesstag erstmals auf ihn. Es ist Mitte Mai, der Untreue-Prozess gegen Ex-Arcandor-Manager Thomas Middelhoff steckt noch in den Anfängen, als er im Landgericht Essen erstmals befragt wird – und das Gespräch auf Josef Esch kommt.

Es geht um Dokumente, über die Middelhoff spricht; Verträge, die ihm vor Gericht offenbar helfen könnten. Der Richter fragt, ob der Manager diese vorlegen könne. Middelhoff verneint. Die unterschriebenen Dokumente habe immer nur der Troisdorfer Bauunternehmer eingesteckt. Middelhoff selbst habe lediglich eine Kopie des Papiers – ohne Unterschriften. Der Manager lächelt verlegen, als er diesen Umstand preisgibt. Denn es ist ein Umstand, der zeigt, wie blind er Esch vertraute.

Am Dienstag trafen die beiden ehemaligen Weggefährten erneut aufeinander – als Josef Esch als Zeuge im Untreue-Prozess in Essen auftrat. Doch zu einer Konfrontation kam es nicht wirklich, der Bauunternehmer verweigerte die aussage. Gegen Esch laufen derzeit diverse Verfahren, unter anderem im Zusammenhang mit der Arcandor-Pleite. Sein Anwalt sagte, bei einer Aussage gehe sein Mandant wegen des engen Beziehungsgeflechts das Risiko ein, in die Mühlen der Strafverfolgung zu geraten.

Im Prozess geht es zwar nicht direkt um die Person Josef Esch, aber um seine Charterfluggesellschaft Challenge Air. Über diese Airline soll Middelhoff Privatflüge getätigt haben, die er auf Firmenkosten abgebucht haben soll.

Es ist eine von vielen Arten, über die Middelhoff geschäftlich und privat mit dem Troisdorfer Bauunternehmer verstrickt war. In einem Interview mit der „Zeit“ von 2011 gab der Ex-Arcandor-Chef an, dass er Esch nicht nur sein Vermögen anvertraut habe, sondern auch private Entscheidungen. „Wenn beispielsweise unsere Tochter ein Auto brauchte, übernahm Josef Esch das: Auto kaufen mit Rabatt, Auto abholen, Auto anmelden und so weiter“, sagte Middelhoff damals.

Wie wurde ein Maurer zum Vertrauten der Reichen?

Der Ex-Arcandor-Chef war nicht der Einzige, der so scheinbar naiv auf die Dienste Eschs zurückgriff. Auch die Karstadt-Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die Familien Deichmann, Kreke und DuMont vertrauten dem gelernten Maurer Teile ihres Vermögens an. Die meisten investierten ihr Geld – genau wie Middelhoff – in Karstadt-Immobilien und andere Bauprojekte über die sogenannten Oppenheim-Esch-Fonds, die der Unternehmer gemeinsam mit der Privatbank Sal. Oppenheim auflegte.

Wie konnte ein Maurer aus einfachen Verhältnissen das Vertrauen so vieler bekannter deutscher Unternehmer gewinnen? Eine einfache Antwort gibt es auf diese Frage nicht. Die entscheidende Verbindung von Josef Esch in die Kreise der Reichen und noch Reicheren dürfte über seinen Kontakt zu Matthias Graf von Krockow entstanden sein. Von Krockow arbeitete bei der Privatbank Sal. Oppenheim, die vielen Vermögenden Geld für ihre Investments leihen sollte. Er selbst hatte sogar mal als Devise ausgegeben, die oberen Zehntausend als Zielgruppe anzupeilen.

Von Krockow und Esch sollen auch die Strippenzieher hinter der Esch-Oppenheim-Holding sowie den damit zusammenhängenden Oppenheim-Esch-Fonds gewesen sein, in die die Vermögenden ihr Geld steckten.

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  • Das Narrativ gilt nach wie vor:
    Es muss ja jemand Schuld sein an sowas.

    Dass sich mit der Causa in Summa eine Peergroup vollkommen desavouiert - geschenkt in Zeiten von "Promi-BigBrother" in der es quasi zum guten Ton gehört als ausgebildeter Maurer den dicken Maxen zu machen.

    Thats the game: vom Maurer zum persönlichen Vertrauten.
    Da haben wohl ganz viele nicht verstanden, welche Energien dahinterstecken könnten, wenn ein Maurer nach ganz oben will.

    Kekse gibt bei Aldi grad wieder im Sonderangebot übrigens - um den Marktcheck auch hier zu inkludieren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ein lehrreiches Beispiel dafür wo Bequemlichkeit und Denkfaulheit verbunden mit Gier, der Besitzenden, hin führen kann.

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