Milliardär
Merckle darf auf Kreditzusage bis Weihnachten hoffen

Der Ulmer Unternehmer Adolf Merckle darf auf eine baldige Lösung seiner akuten Geldprobleme hoffen. Über die Brückenfinanzierungen für Merckles Vermögensverwaltung VEM und dem darunter aufgehängten Pharmahändler Phoenix werde intensiv verhandelt.

HB FRANKFURT. Außerdem erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag aus Finanzkreisen, dass für die VEM ein Abschluss noch vor Weihnachten angestrebt werde, "damit alle Beteiligten die Feiertage genießen können". "Juristische Fallstricke" könnten die Unterschrift aber in letzter Minute verzögern. Die Banken, so hieß es, wollten sich nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, ihr Geld leichtfertig herzugeben.

Auch bei Phoenix schreiten die Verhandlungen laut Angaben aus den Kreisen voran. Entgegen einem anderslautenden Zeitungsbericht sei auch die Royal Bank of Scotland (RBS) an einer schnellen Lösung interessiert. Sie und die anderen Kreditinstitute störten sich aber daran, dass das Darlehen nach dem bisher vorliegenden Vertragsentwurf auch zur Bedienung eines bestehenden Kredites eingesetzt werden dürfe. "Merckles Banken wollen doch nicht Konkurrenten finanzieren", hieß es aus den Finanzkreisen. Das Geld solle dem Tagesgeschäft von Phoenix zugute kommen. Die RBS lehnte einen Kommentar ab unter Hinweis auf das Bankgeheimnis.

Merckle hatte laut den Angaben aus den Kreisen 400 Mio. Euro aus der Tochter abgezogen, um Lücken bei der VEM zu stopfen. "Phoenix braucht aber weniger als diese 400 Mio. Euro, um das Geschäft aufrecht zu erhalten." Die Brückenfinanzierung solle das Unternehmen stützen, bis ein endgültiger Finanzplan aufgestellt sei.

Phoenix ist neben dem Baustoffhersteller HeidelbergCement und dem Generika-Hersteller ratiopharm eines der drei Hauptunternehmen der Merckle-Gruppe. Hintergrund der Krise des Konglomerats sind Kapitalerhöhungen vor allem bei HeidelbergCement, die teilweise mit Krediten finanziert wurden. Als Sicherheiten für diese Kredite wurden Aktien hinterlegt. Durch die Finanzkrise ist deren Wert abgestürzt. Außerdem hatte sich der Milliardär bei Wetten mit VW-Aktien verzockt und einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag verloren. Wie es aus den Finanzkreisen hieß, müsse sich Merckle wohl oder übel von "großen Teilen" seines Imperiums trennen.

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