Möbelkette
Vom Teppichverkäufer zum Ikea-Chef

Zehn Jahre lang hat Anders Dahlvig an der Spitze von Ikea gestanden. Und unter ihm ist der blaue Riese massiv expandiert. Anfang September tritt Dahlvig ab. Nun steht sein Nachfolger fest. Und der war schon mal bei Ikea – als Teppichverkäufer.

STOCKHOLM. Manche machen Tellerwäscherkarrieren. Nicht so Mikael Ohlsson. Der 52-jährige bleibt lieber am Boden. Der einstige Teppichverkäufer wird am 1. September dieses Jahres neuer Konzernchef des schwedischen Möbelriesen Ikea. Er löst Anders Dahlvig ab, der nach 10 Jahren an der Spitze des weltumfassenden Konzerns mit fast 130 000 Mitarbeitern in 24 Ländern auf eigenen Wunsch die Leitungsposition abgeben möchte.

Ohlsson bleibt seinem Arbeitgeber treu: Vor 30 Jahren begann er nämlich seine berufliche Laufbahn bei dem weltgrößten Möbelhändler im schwedischen Linköping. Dort arbeitete er in der Teppichabteilung, wo er nach Aussagen ehemaliger Arbeitskollegen einen richtig guten Job machte.

Das muss auch der Führungsetage bei der Ingka Holding in den Niederlanden aufgefallen sein. Die Ingka Holding wird der gesamte Konzern kontrolliert, der 1943 im schwedischen Älmhult von Ingvar Kamprad gegründet wurde. Ohlsson kletterte jedenfalls schon bald die Karriereleiter nach oben: Er wurde Chef von Ikea in Schweden und sitzt seit 15 Jahren in der Konzernleitung. Zuletzt war er verantwortlich für das Ikea-Geschäft in Südeuropa und Nordamerika.

Auf den sehr zurückhaltenden Ohlsson warten gewaltige Aufgaben. Zwar hat sein Vorgänger in den vergangenen zehn Jahren die Anzahl der Möbelhäuser weltweit verdoppelt und den Umsatz auf 21,3 Mrd. Euro nahezu verdreifacht. Doch auch Ikea spürt die krisenbedingte Kaufzurückhaltung der Kunden.

Außerdem soll er die von Ikea-Gründer Kamprad ausgegebene Wachstumsstrategie trotz schwierigen Umfeldes weiter fortsetzen. Trotz Bestechungsversuchen von Lokalpolitikern und örtlichen Baufirmen will der Konzern beispielsweise in Russland weiter wachsen. Und in naher Zukunft soll auch das erste Möbelhaus in der Ukraine gebaut werden. Der ehemalige Teppichverkäufer wird sich also nicht über Langeweile beklagen können.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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