Monika Gommolla setzt sich mit ihrer Maritim-Gruppe gegen internationale Hotelkonkurrenten durch
„Ich lasse mir nichts vormachen“

Monika Gommolla zeigt nicht gern, was sie hat. Statt mit ihrem türkisfarbenen Porsche 911 Carrera fährt sie lieber mit der Bahn. Statt in großer Robe erscheint die 54-jährige Chefin der Maritim-Hotels zur Abendgala lieber in bieder-bajuwarischer Tracht.

BAD SALZUFLEN. So war es kürzlich für die einzige Frau unter 70 Managern, die den Kanzler auf Mittelost-Tour begleiteten, kein Problem, sich beim Staatsbankett in Saudi Arabien mit einem Tschador zu verschleiern.

Mehr verhüllen als zeigen: Interviews mit Gommolla sind eine Rarität, ebenso wie Auftritte in der Öffentlichkeit. Selbst zur Eröffnung des neuen Kongresshotels in Berlin Anfang August ließ sie sich nicht sehen, obwohl sie „sehr dahinter her war, in Berlin ein zweites Haus zu kriegen“.

Sie arbeitet lieber im Hintergrund. Ihre Hotelgruppe, die trotz internationaler Konkurrenz zu den großen im deutschen Beherbergungsgewerbe zählt, steuert sie vom ostwestfälischen Städtchen Bad Salzuflen aus. Hier, in einem unauffälligen Zweckbau der 70er-Jahre, hat die groß gewachsene Frau alles im Griff. Hier nennen sie die Mitarbeiter „Frau Doktor“, was nicht ihrer Eitelkeit entspricht. „Darauf lege ich überhaupt keinen Wert“, sagt die promovierte Volljuristin. „Ich sage den Mitarbeitern immer wieder: Ich habe auch einen Namen.“

Einen Namen gemacht hat sie sich vor allem als Aktenfresserin. In ihrem Büro gibt es kaum einen Quadratzentimeter, der nicht bedeckt ist mit Stapeln von Akten, Verträgen, Korrespondenz. „Ich arbeite viel und sehr gründlich und kenne daher die Details.“ So könne sie selbst bei millionenschweren Projekten „zielgerichtet verhandeln“.

Zielgerichtet regiert die Aufsichtsratschefin auch ins Unternehmen hinein. „Eine echte Patriarchin“, verrät einer ihrer Direktoren. Sie führe nach dem Motto: „Meine Direktoren arbeiten für mich.“ Gommolla, die Single-Frau, fühlt sich dagegen eher als Matriarchin: „Meine Mitarbeiter sind meine Familie. Für sie trage ich die Verantwortung.“ Überdies habe sie als Aufsichtsratsvorsitzende „ausschließlich Einfluss auf die Geschäftsführung“.

Gleichwohl würde sie Entscheidungen niemals aus der Hand geben. „Es sind meine Firmen, da erlaube ich mir schon mal zu fragen, wenn die Zahlen nicht stimmen.“ Als die Gewerkschaften 1997 einen Aufsichtsrat forderten, legte sie „schweren Herzens“ die Geschäftsführung nieder, um „aktiver Aufsichtsrat“ zu werden. „Ich lasse mir nichts vormachen.“

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