Motorsägenhersteller
Stihl: Am liebsten alles selbst machen

In einer globalisierten Wirtschaft gilt für viele ein Patentrezept: Unternehmen fertigen nur noch wenig selbst, beziehen die Teile für ihre Endprodukte von Zulieferern und stecken ihr Kapital in die Entwicklung und Vermarktung. Beim Motorsägenhersteller Stihl ist das anders: Das Unternehmen profitiert vom Tiefgang in seiner Fertigung.

STUTTGART. Porsche ist so ein Unternehmen, auf das die Standardstrategie perfekt zutrifft: Der Autohersteller hat nur noch eine Fertigungstiefe von unter 20 Prozent, stellt also nur ein Fünftel der Teile in den Autos selbst her. Man stelle sich vor, Porsche würde Kolben und Zylinder seiner Motoren in einem eigenen Werk noch selbst produzieren - für viele ist dies undenkbar. Doch was für Autobauer gilt, muss noch lange nicht für den Weltmarktführer bei Motorsägen gelten: Hier ist genau das Gegenteil das Erfolgsgeheimnis. "Stihl liebt Fertigungstiefe", sagt Vorstandschef Bertram Kandziora.

Stihl hat Tiefgang zum zentralen Bestandteil seiner Strategie erklärt. Rund 50 Prozent der Motorsägenteile kommen aus der eigenen Herstellung. Die Ketten etwa baut das Familienunternehmen aus dem schwäbischen Waiblingen, anders als die Konkurrenz, selbst. 150 Mill. Schweizer Franken steckt Stihl gerade in den Bau eines zweiten Kettenwerks in der Schweiz.

In Fabriken von Stihl trifft man auf ein weiteres Phänomen: Wichtige Maschinen dort kommen aus eigener Sonderfertigung. Grund: Die Fertigungstechnik gehört zum Betriebsgeheimnis, zudem sind die Produktionsleiter des Unternehmens mit der Performance fremder Maschinen oft nicht zufrieden. Dies alles macht Stihl nicht aus Selbstzweck: "Eigenfertigung muss immer günstiger sein als der Bezug von außen. Die harten betriebswirtschaftlichen Fakten müssen stimmen", sagt Kandziora.

Dennoch sind es eher die weichen Faktoren, weswegen Firmen auf hohe Fertigungstiefe setzen: Sie erhoffen sich davon höhere Qualität, mehr Flexibilität und weniger Lieferrisiken und infolgedessen auch eine höhere Rendite.

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