Nach Börsenpleite
BATS-Verwaltungsrat zieht CEO Ratterman ab

Sobald ein Nachfolger gefunden ist, soll der Chef des Börsenbetreibers Ratterman von der Verwaltungsratsspitze zurücktreten. Damit zieht das Gremium Konsequenzen aus der Technikpanne beim Börsengang des Unternehmens.
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New YorkNach ihrem verpatzten Börsengang hat die US-Handelsplattform BATS Konzernchef Joe Ratterman den Posten des Verwaltungsratschefs entzogen. Ratterman bleibe zwar CEO und Präsident, werde aber den Vorsitz des Verwaltungsrats abgeben, sobald ein Nachfolger gefunden sei, teilte die drittgrößte US-Börse nach einer Sondersitzung des Gremiums am Dienstagabend mit. Von der Trennung der Spitzenposition verspreche sich BATS eine bessere Unternehmensführung. Nachdem sich BATS am Freitag nach einer Serie technischer Pannen bereits am Tag seines Marktdebüts wieder von der Börse verabschiedet hatte, kam es am Wochenende zu einem Richtungsstreit in der Konzernführung.

Der einflussreiche BATS-Gründer Dave Cummings sprach sich für die Vorbereitung eines neuen Börsenanlaufs im zweiten Quartal aus. Konzernchef Ratterman sagte dagegen, es gebe keine Pläne für einen neuen IPO-Versuch in absehbarer Zeit. Experten zufolge steht die Trennung daher in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Börsenfiasko. „Man kann den Zeitpunkt dieser Entscheidung nicht ignorieren“, sagte James Angel, Finanzmarktfachmann von der Universität Georgetown. „Es ist im Grunde genommen ein ganz klares Signal, dass Fehler dieser Art nicht toleriert werden können.“ BATS Global Markets wurde 2005 von Großbanken als Alternative zu den etablierten Börsen wie Nyse und Nasdaq gegründet. Plattformen wie BATS haben den Platzhirschen in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile im Aktienhandel abgenommen. Das Börsendebakel ließ aber Zweifel an den Expansionsplänen von BATS aufkommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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