Nachfolge noch offen
Herlitz-Chef Jan Van Riet geht

Beim Berliner Büroartikelanbieter Herlitz bahnt sich ein Führungswechsel an. Wie das Handelsblatt aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr, wird Firmenchef Jan Van Riet am Donnerstag auf Druck des Aufsichtsrats vom Vorstandvorsitz zurücktreten.

DÜSSELDORF. Der gebürtige Hamburger belgischer Nationalität hatte Anfang 2006 die Nachfolge von Christian Supthut angetreten, nachdem der US-Investor Advent International über eine Luxemburger Tochter als Mehrheitsgesellschafter eingestiegen war.

Offen ist noch, ob Herlitz-Aufsichtsratschef Georg Domizlaff das Steuer zunächst selbst in die Hand nehmen wird. Eine Sprecherin des Unternehmens wollte den Vorgang nicht kommentieren, auch bei Mehrheitsgesellschafter Advent hieß es: „Kein Kommentar.“

Für die Private-Equity-Gesellschaft hat sich die Übernahme des Traditionsunternehmens bislang nicht ausgezahlt. An der Börse, wo immer noch 34 Prozent der Aktien frei gehandelt werden, verringerte sich der Wert seit dem Einstieg um fast ein Fünftel. Auch auf eine Dividende mussten die neuen Mehrheitseigentümer bislang verzichten.

Insider vermuten, dass Advent ursprünglich nach einer Haltefrist von maximal vier Jahren den gewinnbringenden Ausstieg bei Herlitz geplant hatte. Doch für einen Weiterverkauf scheint der Büroartikler, der 2002 in die Insolvenz rutschte und anschließend durch umfangreiche Firmenverkäufe und Entlassungen saniert wurde, noch längst nicht reif. Zwar kehrte Herlitz 2006 mit einem Betriebsgewinn von 3,9 Mill. Euro in die schwarzen Zahlen zurück. Unter dem Strich blieben der Gesellschaft aber gerade einmal 600 000 Euro – bei 308 Millionen Euro Umsatz.

Für die schwachen Zahlen sehen Branchenexperten aber auch Advent in der Verantwortung. Der Investor habe seit der Übernahme vor zwei Jahren immer noch kein Konzept vorgelegt, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll, monierte ein Herlitz-Beobachter.

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