Neue Chefin
Kontinuität bei Schörghuber

Das Geschäft bleibt in der Familie: Nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes Stefan übernimmt Alexandra Schörghuber die Führung der Münchener Unternehmensgruppe. Den Mitarbeitern verspricht sie den Erhalt der Gruppe. Eine schwierige Aufgabe, denn das Unternehmen steckt in Schwierigkeiten.

MÜNCHEN. Stefan Schörghuber hatte trotz seiner erst 47 Jahre für den Fall seines Todes intensive Vorbereitungen getroffen. "Das war für ihn immer ein ganz wichtiges Thema", sagt einer seiner Wegbegleiter. Er wollte sicherstellen, dass die Familientradition in jedem Fall fortgesetzt wird. Zwei Wochen nach dem überraschenden Tod Schörghubers kam es nun so, wie von ihm gewünscht: Seine Witwe Alexandra Schörghuber übernimmt das Ruder. Ein wieder eingeführter Stiftungsrat soll ihr zur Seite stehen.

In der Unternehmensgruppe, die auf den Säulen Immobilien, Bier, Hotellerie und Flugzeug-Leasing ruht, machte sich gestern nach Verkündung der Nachfolgelösung Erleichterung breit. Manche hatten befürchtet, dass der im Unternehmen nicht sehr beliebte Finanzvorstand Hans-Peter Hoh das Ruder übernehmen könnte. Ihn machen viele für ein Klima des Misstrauens und einige Manager-Rauswürfe in den vergangenen Jahren verantwortlich.

Hoh sagte nun gestern zur Berufung Alexandra Schörghubers an die Spitze: "Dieser Schritt gewährleistet hohe Kontinuität in der Unternehmensführung und stellt sicher, dass die Gruppe sich auch zukünftig positiv weiterentwickeln wird." Alexandra Schörghuber wiederum stellte klar, dass sie mit dem nicht unumstrittenen Finanzvorstand weitermachen will. Seine fachliche Kompetenz ist vielfach anerkannt. Auch dank seines Engagements gehe die Gruppe vergleichsweise robust in die derzeitige Konjunkturkrise, sagte ein Unternehmenskenner.

In einer ersten Ansprache vor Mitarbeitern trat Alexandra Schörghuber Befürchtungen entgegen, die Gruppe könne nach dem Tod ihres Mannes zerschlagen oder verkauft werden. "Die Schörghuber-Unternehmensgruppe wird bleiben, was sie ist", sagte sie. Sie stehe persönlich für Kontinuität und Stabilität. "Mein Mann stand bei Mitarbeitern und Geschäftspartnern für Verlässlichkeit, Stabilität und langfristiges Denken und Handeln. Ich werde dafür sorgen, dass diese Werte auch in Zukunft unser Handeln bestimmen."

Alexandra Schörghuber stand stets eng an der Seite ihres öffentlichkeitsscheuen Mannes. Das erste Stück seiner berühmten Oldtimer-Sammlung ist ein 190er Mercedes SEL, den er ihr einst schenkte. Offenbar stand für ihn schon länger fest, dass sie im Fall der Fälle auch das Steuer im Konzern übernehmen sollte. "Sie haben sehr viel über das Geschäft geredet, ihm war ihre Meinung wichtig", sagt ein Unternehmenskenner. Operativ hielt sich Alexandra Schörghuber bisher allerdings eher zurück. Nach Handelsblatt-Informationen kümmerte sie sich unter anderem um eine Fischzucht in Chile. Von Vorteil dürfte sein, dass sie ursprünglich aus der Gastronomie kommt.

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