Neue Vertriebsregeln dürften branchenweit zu deutlich höheren Kosten führen
Herr Kaiser muss mehr drauf haben

Die Vermittler von Versicherungen sollen besser werden. Im Dezember wird ein entsprechender Gesetzentwurf erwartet.

In Deutschland schicken die Versicherungen täglich 500 000 Vertriebsmitarbeiter auf Kundenjagd. Nicht immer läuft alles reibungslos, wie der Fall von Albert Stoffer (Name geändert) zeigt. Dem 25-jährigen Familienvater aus Hannover empfahl ein „guter Bekannter“, die seit dem 18. Lebensjahr bestehende Kapitallebensversicherung zu kündigen. Mit einer fondsgebundenen Police könne Stoffer eine viel höhere Rendite erzielen.

Dass der Rückkauf einer achtjährigen Versicherung kaum lohnt, die neue Police viel risikoreicher ist und der „gute Bekannte“ als nebenberufliche Vertreter für den neuen Abschluss eine ordentliche Provision kassiert, wurde dem Kunden schlicht unterschlagen.

Noch gibt es keine rechte Messlatte für die Seriosität der Verkäufer. Noch müssen die Kunden den Vermittler selbst kritisch einschätzen und sind damit überfordert. Daher sollen die Vermittler nun gesetzlich an die Kandare genommen werden: Für Dezember wird ein Gesetzentwurf der Bundesregierung erwartet, der eine EU-Richtlinie zum Außendienst von Versicherungen in nationales Recht umsetzen sollen. Ab Anfang 2005 dürfen Policen nur noch von besonders qualifizierten Personen verkauft werden.

Selbst Nebenberufler müssen demnach bald einen Gewerbeschein, einen guten Leumund und einen Haftungsschutz von 1,5 Millionen Euro nachweisen: Versicherungsvermittlung wird ein erlaubnispflichtiges Gewerbe. In einem zentralen, öffentlichen Register, das auch über das Internet erreichbar sein wird, können sich die Kunden künftig umfassend über ihren Versicherungsvertreter informieren.

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