Neuer Chef
Norbert Reithofer: Ein Bayer für BMW

Im Rennen um den BMW-Chefsessel setzt sich mit Produktionvorstand Norbert Reithofer ein Pragmatiker und Teamspieler durch. Der gebürtige Penzberger ist zudem der einzige Bayer im Vorstand der Motorenwerke. Das Porträt eines Mannes, der mit seiner bisherigen Arbeit großen Anteil am Erfolg des Autobauers hat.

HB STUTTGART. Norbert Reithofer läuft durch das Mini-Werk in Oxford. Funken schlagen ihm bei der Werksführung um den Kopf. Eigentlich müssten dem Produktionschef von BMW die Haare zu Berge stehen, bei derartig schlecht eingestellten Schweißrobotern - aber er lächelt nur. Denn er weiß: Von diesen Bändern laufen 200 000 Fahrzeuge, doppelt so viele Minis wie ursprünglich geplant. "Da muss man schon mal Abstriche bei den Feinheiten machen." Pragmatismus darf wohl als eine seiner Charaktereigenschaften gelten.

Es sind auch solche Geschichten, die ihn zum Favoriten gemacht haben im Rennen um die BMW-Spitze. Noch-Chef Helmut Panke erreicht bald die 60-Jahre-Grenze - und in diesem Alter müssen BMW-Lenker abtreten. Heute nun wird der Aufsichtsrat nach Informationen des Handelsblatts die Berufung Reithofers bekannt geben.

Der gebürtige Penzberger ist der einzige Bayer im Vorstand der Motorenwerke. Reithofer erscheint in seiner Art deutlich zurückhaltender und weniger aufbrausend als Panke. Aber der promovierte Maschinenbauingenieur ist dennoch offen und direkt. Der freundliche und verbindliche Manager ruht in sich und fühlt sich bei Kritik nicht gleich persönlich angegriffen.

Als Teamplayer gönnt er auch anderen Erfolge. Er erwähnt beispielsweise einen jungen Ingenieur, dem die Ehre gebührt, den kammförmigen Grundriss des neuen Werks in Leipzig maßgeblich mit entwickelt zu haben. Problemlos könnte er sich die Lorbeeren des neuen Fertigungskonzepts selbst an die Brust heften. Aber Reithofer scheint so etwas nicht nötig zu haben. Nach Informationen aus dem Unternehmen hat gerade diese Teamfähigkeit den Ausschlag für ihn gegeben.

So lobt er auch seine Leute in Oxford, weil sie es geschafft haben, so viel Technik in den alten englischen Fabrikbau zu packen. An einer Stelle arbeiten die Roboter sogar übereinander auf zwei Ebenen. "Die Stückzahl ist hier schon ein Kunststück", sagt Reithofer. Erst als klar war, dass Oxford wirklich aus allen Nähten platzte, setzte der einflussreiche Produktionschef im Vorstand eine Werkserweiterung durch.

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