Neuer Seat-Chef Luca de Meo
Dolce Vita in Spanien

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt verriet der neue Seat-Chef, wie er die Marke aufpolieren und endlich wieder Gewinne erwirtschaften will. Aber auf den 48-jährigen Italiener warten noch ganz andere Aufgaben.

MadridDie Chemie stimmt schon mal: Die Mitarbeiter von Seat freuen sich, dass ihr neuer Chef Luca de Meo ein Italiener ist. „Er hat einen eher südeuropäischen Charakter und ist nah an den Leuten dran“, lobt Seat-Betriebsratschef Matias Carnero. „Die Deutschen sind doch eher etwas distanzierter im Umgang“, sagt er in Anspielung auf De Meos Vorgänger Jürgen Stackmann.

Der 48-jährige Italiener, der zuvor drei Jahre lang Marketing- und Vertriebschef von Audi war, gilt als ausgezeichneter Kommunikator mit einem guten Gespür für Trends. Bevor er 2009 zu Volkswagen kam, hat er als Markenchef von Fiat den Kultwagen Fiat 500 auf den Markt gebracht.

De Meo leitet Seat seit November vergangenen Jahres. Sein Amtsantritt fiel genau in die Hochphase des VW-Skandals, weshalb er sich erst Dienstag in Madrid zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte - in geschliffenem Spanisch. Seine Kernbotschaft: Seat hat Besseres verdient. „Eines meiner Ziele ist, die Lücke zwischen der Wahrnehmung der Marke und der Realität“ zu schließen, kündigte er an. Seat produziere qualitativ extrem hochwertige Autos. Die Buchstaben Seat stünden auf Spanisch aber noch für die Abkürzung „Die bessern ständig Fehler aus“ (Siempre Están Arreglando Tonterías). Daraus soll „Die verwenden nur hochwertige Technologie“ (Seat Emplea Solo Alta Technología) werden.

De Meo wird daran gemessen werden, wie schnell er das Unternehmen in die Gewinnzone führen und wie erfolgreich er die geplanten vier neuen Modelle im Markt platzieren kann. Seat schreibt seit 2008 rote Zahlen. In der spanischen Wirtschaftskrise internationalisierte sich der Konzern deutlich, so dass heute der anspruchsvolle deutsche Markt der Größte für die Spanier ist. Unabhängiger vom strauchelnden Heimatmarkt verbesserten sich auch Seats Zahlen. Im vergangen Jahr erzielten die Spanier in den ersten drei Quartalen erstmals wieder Gewinne. Die Jahresergebnisse gibt es erst im März, Analysten gehen aber davon aus, dass der Skandal Seat zurück ins Minus katapultieren wird.

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