Neuer Sparkassenchef
Sehnsucht nach Fahrenschon

Der frühere bayerische Finanzminister soll als neuer Sparkassenpräsident Ruhe in den Verband bringen. Seine umgängliche Art und strategischer Kopf sind gefragter denn je - mit den Landesbanken wartet eine Großbaustelle.
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Frankfurt/BerlinGeorg Fahrenschon, bis vor kurzem bayerischer Staatsminister der Finanzen, wird in Berlin als neuer Cheflobbyist von den Sparkassen sehnsüchtig erwartet. Man sei sehr froh, Fahrenschon gewonnen zu haben, sagt einer von Fahrenschons künftigen Führungskräften. „Wir stehen vor großen Veränderungen. Wir brauchen eine Verjüngung und frischen Wind von außen“, heißt es.

Der CSU-Politiker aus dem oberbayerischen Planegg wird heute von der Mitgliederversammlung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) zum Nachfolger des bisherigen Präsidenten Heinrich Haasis gewählt. Haasis wollte mit knapp 67 Jahren nicht mehr antreten, und Fahrenschon wiederrum wollte nicht mehr Minister unter Horst Seehofer sein - und damit ewiger Kronprinz.

Seine Wahl gilt als sicher, weil er keinen Gegenkandidat mehr hat. Rolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe hat seine Kandidatur vor drei Wochen zurückgezogen.

Mit seinen 43 Jahren kommt Fahrenschon jugendlich daher. So pflegt er eine umgängliche Art und einen bayerischen Zungenschlag. Mit Unbedarftheit hat dies nichts zu tun. Er verfügt über diplomatisches Geschick und ist auf Ausgleich bedacht. Das zeigt schon die Art und Weise, wie er sich einen der Top-Posten in der deutschen Finanzbranche gesichert hat. Als Sparkassenpräsident vertritt er 348.000 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 2,6 Billionen Euro.

So hat er es verstanden, sein Interesse an der Spitzenposition bis kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist Anfang November zu verbergen. Damit bremste er sogar den geübten Taktiker und lautstarken Zweimetermann Rolf Gerlach aus. Der hatte seine Kandidatur bereits Wochen voraus angemeldet. Ein Wettbewerber, an dem er sich hätte messen können, fehlte ihm jedoch. Auch CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer wusste nichts von den Plänen seines Ministers, und konnte daher auch nicht Fahrenschon als seinen Emissär für die Spitze des DSGV darstellen. „Fahrenschon versteht es, sich durchzusetzen, ohne seine Gegner als Geschlagene dastehen zu lassen“, beschreibt ein westdeutscher Sparkassenverbandspräsident dessen Fähigkeiten.

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