Neues Management
PSA-Chef Varin baut Vorstand um

Ganze zwei Wochen nach seiner offiziellen Ernennung hat Philippe Varin, der neue Chef von PSA Peugeot Citroën, sein neues Führungsteam zusammengestellt. Neben alten und neuen Köpfen sieht das künftige Organigramm eine kleine Revolution bei Europas zweitgrößtem Autohersteller vor.

PARIS. Überraschend hat PSA-Chef Philippe Varin die Zuständigkeit der beiden Hausmarken Peugeot und Citroën einem Vorstand zugeordnet - dem Ex-Mercedes-Manager Jean-Marc Gales. Der Luxemburger ist erst seit April im Konzern und hat die Leitung der Marke Citroën übernommen. Zuvor arbeitete der 46-Jährige bei Mercedes Benz, wo er Leiter für den weltweiten Verkauf war. Den bisherigen Chef der Marke Peugeot, Jean-Philippe Collin, hat Varin gefeuert.

Laut Pressemitteilung soll sich Gales vor allem auf Peugeot konzentrieren, der größeren der beiden Konzernmarken. Um Gales bei seinen Aufgaben als Markenchef zu entlasten, wird ihm Frédéric Banzet unterstellt, der sich um Citroën kümmern soll. Zuletzt hatte Peugeot gegenüber der Schwestermarke Boden verloren, Gales soll dies offensichtlich ändern.

Der Markenvorstand hat indes keine Verantwortung für die Produktentwicklung mehr, sondern ist primär für den Verkauf und das Marketing sowie den Service zuständig. Beim After-Sales-Service sieht Konzern-Chef Varin noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Die Pressemitteilung nennt daher explizit „die Stärkung des Service-Angebots“ als ein Aufgabengebiet des neuen Doppelmarken-Vorstands. Schon Varins geschassten Vorgänger Christian Streiff hatte die Abteilung Marketing und Service beider Marken zusammengeführt, um Synergien zu heben.

Die zweite wichtige Änderung betrifft das Ressort Finanzen: Hier hatte Ex-Chef Streiff seine enge Vertraute Isabel Marey-Semper installiert, die er von Saint-Gobain mitgebracht hatte. Sie wird nun abgelöst, soll aber als Beraterin des Vorstandschefs im Konzern bleiben.

Ihr Nachfolger ist ein alter Bekannter: Frédéric Saint-Geours. Er arbeitet seit über 20 Jahren bei PSA und hatte bis zur Übernahme der Konzernführung durch Streiff im Jahr 2007 die Verantwortung für die Marke Peugeot. Nachdem Streiff ihn aus dem Vorstand geworfen hat, holt ihn Varin nun wieder zurück, allerdings in anderer Funktion.

Saint-Geours werden gute Kontakte zur Familie Peugeot nachgesagt. Seine Wiederberufung in den Vorstand könnte auch ein Signal an die Führungsetage sein, dass Varin auf erfahrene Topmanager zurückgreift, um den Konzern aus der Krise zu führen. Streiff war unter anderem daran gescheitert, dass er alte Hierarchie-Ebenen auseinandernahm und so zum Teil die eigenen Leute gegen sich aufbrachte, da er zu viel allein entschied. Saint-Geours Rückkehr in den Vorstand wird zudem mit der Aufwertung des Finanzressorts versüßt. Denn der 59-Jährige bekommt auch die Zuständigkeit für die Strategie.

Auf dem Schlüsselposten „Programme und Autoentwicklung“ belässt Varin indes Grégoire Olivier, den Varins Vorgänger Streiff auf den Posten geholt hatte. Olivier und Varin kennen sich, da beide in ihrer Karriere beim französischen Aluminium-Riesen Pechiney gearbeitet hatten.

Keine Überraschung ist die Benennung von Guillaume Faury auf den Vorstandsposten für Technik und Produktion. Er löst Roland Vardanega ab, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht und bis dahin den Vorstandschef beraten soll. Faury hat seit Ende März als Stellvertreter Vardanegas gearbeitet und wurde damit ganz offiziell als Nachfolger aufgebaut.

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