Nokia Siemens Networks
Schönhofer, der Zahlenmensch

Er wird seine Rolle nicht los: Der Mann, hinter dessen hoher Stirn sich die Gewinne und Verluste, Fusionen und Verkäufe der österreichischen Siemens-Gruppe zu einer übersichtlichen Bilanz formen, bleibt ein Herr der Zahlen.

WIEN. Peter Schönhofer, bislang Finanzchef von Siemens in Wien und zweiter Mann hinter der agilen Konzernchefin Brigitte, genannt „Gitti“, Ederer, soll Finanzchef und damit die Nummer zwei im geplanten Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens werden.

Er ist sozusagen der Aufpasser bei „Nokia Siemens Networks“ und schlüpft damit in eine Doppelrolle: Auf der einen Seite muss er seinem Chef Simon Beresford-Wylie zur Seite stehen, auf der anderen Seite aber bei der Siemens-Zentrale in München rechtzeitig die Alarmglocken schrillen lassen, wenn der neue Laden nicht so läuft wie geplant.

Der 44-jährige Wiener, den seine Kollegen in der österreichischen Siemens-Zentrale als „entscheidungsfreudigen Workaholic“ bezeichnen, hat eine gewisse Übung darin, Alarmzeichen zu erkennen. Er war im Jahr 2000 auf dem Höhepunkt des Börsenbooms von Siemens zur New-Economy-Firma Redstars.com gewechselt, einem Unternehmen, das sich als Investor für Internetfirmen in Osteuropa profilieren wollte.

Siemens war mit viel Hoffnung und 27,3 Prozent der Anteile in den „Roten Stern“ eingestiegen. Der Börsengang stand an, und Siemens rechnete sich ein schönes Stück vom Kuchen aus – daraus wurde nichts. Auch Finanzchef Schönhofer konnte nicht verhindern, dass Redstars nach nur eineinhalb Jahren im allgemeinen Dotcom-Sterben wie ein Komet verglühte.

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