Offene Informationspolitik kann Angst der Mitarbeiter lindern
Traumatisiert und angsterfüllt

Arbeitslosigkeit ist für deutsche Männer die stärkste Sorge – davor fürchten sie sich mehr als vor Krieg und Krankheit.

Der Terrorismus lässt die Deutschen kalt. Ihre tiefsten Ängste lauern anderswo. Die meisten Menschen fürchten sich nicht etwa vor Anschlägen oder einem Krieg, sondern sorgen sich viel mehr in allererster Linie heute um ihren Arbeitsplatz. Mit 47 Prozent hat fast jeder zweite Angst, seinen Job zu verlieren, ergab eine Umfrage des Hamburger Gewis-Instituts. Damit hat die Furcht vor Arbeitslosigkeit die vor Krankheit (39 Prozent) in der Ängste-Rangliste jetzt von Platz eins verdrängt. Die Meinungsforscher befragten 1 204 Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren.

Psychologen gehen davon aus, dass die Furcht um den Job unter Männern besonders verbreitet ist. Viele Männer haben das alte Rollenverständnis als Ernährer der Familie. „In wirtschaftlich schlechten Zeiten verstärkt sich unter Männern die Angst vor dem Versagen am Arbeitsplatz“, erklärt Heinz Schuler, Professor für Arbeitspsychologie an der Universität Hohenheim. „Arbeitslosigkeit bedeutet schließlich immer einen enormen Prestige-Verlust.“

Hinter der Angst vor Arbeitslosigkeit und der Furcht vor Krankheit rangiert auf Platz drei der Top-Ängste auch gleich ein weiteres Arbeits-Thema: 32 Prozent der befragten Männer äußerten die Sorge vor einem Karriere-Knick. Erst danach folgt die Angst vor Impotenz (25 Prozent) oder dem Verlust des Partners (24 Prozent). Abgeschlagen auch die Furcht vor Krieg (23 Prozent), Armut (21 Prozent) und Haarausfall (16 Prozent).

Experten sehen die Ursache für die große Furcht vor Arbeitslosigkeit und einem Karriereknick in der verbreiteten Ansicht, dass jeder seinen Erfolg im Job selbst beeinflussen könne. „Auf Krieg oder Krankheiten glauben die Menschen keinen Einfluss zu haben, sehr wohl aber darauf, ob sie ihren Job behalten“, erläutert Heinz Grüne, Psychologe des Kölner Instituts Rheingold.

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