OLG Koblenz
Unfallversicherung muss bei Tinnitus grundsätzlich zahlen

Eine private Unfallversicherung muss grundsätzlich zahlen, wenn ein Versicherter nach einem Unfall an Tinnitus leidet.

HB KOBLENZ. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz in einem am Freitag bekannt gewordenen Urteil (Az.: 10 U 1406/03). Nach Auffassung der Richter handelt es sich bei den Ohrgeräuschen nicht um eine psychische oder nervöse Störung, die grundsätzlich vom Unfallschutz ausgenommen sind. Vielmehr liege eine organische Erkrankung vor. Bei Tinnitus nimmt der Betroffene einen Ton oder ein Geräusch wahr, das objektiv nicht existiert.

Das Gericht hob mit seinem grundlegenden Urteil eine gegenteilige Entscheidung des Landgerichts Koblenz auf und gab der Klage eines Versicherten gegen seine private Unfallversicherung statt. Der Kläger hatte einen Traktorreifen aufgepumpt, als dieser platzte. Danach sei bei ihm ein starker Tinnitus aufgetreten, so die Schilderung des Klägers. Daher müsse seine Unfallversicherung zahlen.

Diese weigerte sich jedoch mit der Begründung, bei Tinnitus handele es sich um eine psychisch bedingte Störung, für die kein Versicherungsschutz bestehe.

Anders als das Landgericht nahm das OLG eine Leistungspflicht der Unfallversicherung an. Der Kläger habe ein so genanntes Knalltrauma erlitten, dessen typische Folge der Tinnitus sei. Nach Auffassung von Experten handele es sich dabei nicht um die Folge psychischer, sondern organischer Veränderungen.

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