Pauschalreisen
Veranstalter haftet für Sicherheitslücken

Der Bundesgerichtshof stärkte mit zwei Urteilen die Rechte Pauschalrreisender: Kommen Urlauber wegen Sicherheitsmängel in Hotels oder Ferienanlagen zu Schaden, haftet der Reiseveranstalter, entschieden die Karlsruher Richter (X ZR 142/05).

HB KARLSRUHE. In beiden Fällen waren Kinder die Leid Tragenden der mangelhaften Sicherheitschecks. Ein elfjähriger Junge war 2001 im Pool eines griechischen Hotels ertrunken: Er glitt über eine Wasserrutsche und wurde beim Eintauchen von einem Absaugrohr unter Wasser gezogen. Das Rohr war nicht durch ein Gitter gesichert, und für die Rutsche fehlte auch noch die Baugenehmigung. Die Eltern des Kindes verklagten den Reiseveranstalter ITS, eine Tochter des Rewe-Konzerns, auf Schmerzensgeld. Bereits in den Vorinstanzen bekamen sie Recht. Nun sprachen auch die Bundesrichter der Familie 70 000 Euro Schmerzensgeld zu. Begründung: ITS hätte seine Vertragshotels auf die nötige Sicherheit prüfen müssen.

In einem zweiten Fall legten die Bundesrichter die Haftung des Reiseveranstalters noch weiter aus. Ein achtjähriges Mädchen hatte sich schwer verletzt, als es durch die nicht gekennzeichnete Glastür eines Ferienapartments lief. Der Veranstalter hatte damit geworben, dass die Unterkunft kindgerecht ausgestattet sei. Bei solchen Angaben im Reiseprospekt dürften die Gäste höhere Sicherheitsstandards erwarten als in anderen Hotels, entschied das Karlsruher Gericht. Wenn die - wie im vorliegendem Fall - fehlen, dann müsse das Reiseunternehmen für dadurch verursachte Unfälle haften (X ZR 44/04).

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