Persönliche und professionelle Gründe
Claassen verlässt EnBW

Der Vorstandschef des drittgrößten deutschen Versorgers Energie Baden-Württemberg (EnBW), Utz Claassen, ist amtsmüde und will das Karlsruher Unternehmen nach fünf Jahren verlassen. Als spätesten Zeitpunkt für seinen Abgang gibt er Anfang des kommenden Jahres an.

HB STUTTGART. Utz Claassen stehe für eine Verlängerung seines 2003 geschlossenen und noch bis April 2008 laufenden Vertrags nicht zur Verfügung, teilte das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mit. Dem Aufsichtsrat habe er „strukturelle, professionelle, persönliche und familiäre Gründe“ für den unerwarteten Schritt genannt. Der 43-jährige gilt als einer der bestbezahlten deutschen Manager und kam 2006 auf ein Jahresgehalt von 3,28 Millionen Euro.

Claassen war vor vier Jahren zum EnBW-Chef berufen worden und hatte den nach zahlreichen Zukäufen angeschlagenen Versorger mit Beteiligungsverkäufen und einem Sanierungsprogramm wieder in die schwarzen Zahlen gebracht. Er betrachte seine „Mission“ als erfüllt und wolle sich nun „anderen Dingen zuwenden“, teilte das Unternehmen mit. Ein mit der Situation Vertrauter sagte, denkbar seien die Übernahme des Chefpostens bei einem ausländischen Unternehmen oder eine selbstständige Beratertätigkeit.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen Claassen Anklage wegen Vorteilsgewährung erhoben, da er Politiker zu Spielen der Fußball-WM im vergangenen Jahr eingeladen hat. Deshalb wird er sich demnächst vor Gericht verantworten müssen. In den Kreisen hieß es, die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hätten für Claassen keine Rolle gespielt, da er von seiner Unschuld überzeugt sei. „Das gönnt er den Staatsanwälten nicht“, sagte die Person.

Vor seiner Tätigkeit bei EnBW war der streitlustige Manager bei der Volkswagen-Tochter Seat beschäftigt und führte den Göttinger Messgerätehersteller Sartorius. Claassen gilt als Vertrauter des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder.

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