Personalie
Eine Frau an der Spitze des WZB

Eine Frau steht künftig an der Spitze des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB): Das Kuratorium stimmte am gestrigen Dienstag der Berufung der Soziologin Jutta Allmendinger zur Präsidentin der Forschungseinrichtung zu. Die 49-jährige Mannheimerin wird Nachfolgerin des Historikers Jürgen Kocka, der seit 2001 an der Spitze des Berliner Instituts stand.

DÜSSELDORF. Die wissenschaftliche Vita der designierten Präsidentin ist beeindruckend: Seit 2003 ist sie Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Zudem hat sie seit 1992 einen Lehrstuhl für Soziologie an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität. Seit 2004 gehört sie als ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften an, seit 2006 sitzt sie in der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates.

Die Soziologin studierte unter anderem in den USA und ist heute Fellow der Harvard Business School in Cambridge, MA. In Nürnberg galt der Schwerpunkt ihrer Forschungen der Soziologie des Arbeitsmarktes und Fragen der Bildungssoziologie.

Die designierte Präsidentin der größten sozialwissenschaftlichen Denkfabrik Europas, an der rund 140 Wissenschaftler forschen, tritt ihr Amt am 1. Januar 2007 an. Ihr besonderes Augenmerk gilt der Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und der Geschlechterforschung. Ihr neuester Aufsatz, der in diesem Jahr noch erscheint, hat den spannenden Titel „Jenseits des männlichen Ernährermodells? Geldarrangement im Beziehungsalltag von Doppelverdienerpaaren“.

Das Berliner WZB definiert sich selbst als der „problemorientierten sozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung“ verpflichtet. Als Institut der Blauen Liste gehört es zur Leibniz-Gemeinschaft. Wichtig ist dem scheidenden Präsidenten Kocka eine offensive Präsenz der Sozialwissenschaften in der Öffentlichkeit: „Publikumsbezug ist ein Kernbestandteil guter sozialwissenschaftlicher Praxis.“ Das WZB ist als gemeinnützige GmbH organisiert, die Träger sind zu 75 Prozent der Bund und das Land Berlin. Das Jahresbudget liegt bei 15 Millionen Euro. Die Gesellschafterversammlung des WZB wird nach dem Votum des Kuratoriums nun die Berufung Allmendingers festklopfen.

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