Pharma-Konzern
Wachwechsel im Merck-Aufsichtsrat

Die Darmstädter Merck-Gruppe ordnet die Führung in ihrem Aufsichtsrat neu. Zur Stärkung der Chemie- und Biotech-Kompetenz holt der Konzern zusätzliches Know-how in das Gremium. Die Personalien im Überblick.

FRANKFURT. Als Nachfolger von Wilhelm Simson soll zur Jahresmitte der frühere Boehringer-Chef Rolf Krebs den Vorsitz im Kontrollgremium der Merck KGaA übernehmen. Der 68-jährige Pharmaexperte wird damit künftig eine noch aktivere Rolle bei Merck spielen. Er gehört dem Aufsichtsrat seit 2005 an und ist zudem Mitglied im Gesellschafterrat der E. Merck KG, über die die Gründerfamilie ihre Interessen in dem Pharma- und Chemieunternehmen steuert.

Krebs verfügt über vielfältige Verbindungen in der Pharmabranche. Er ist neben seiner Funktion bei Merck auch in den Aufsichtsräten von Biotechunternehmen wie Epigenomics und Ganymed engagiert und gehört dem Aufsichtsrat des französischen Industriegase-Herstellers Air Liquide an.

Der bisherige Vorsitzende des Merck-Aufsichtsrats, Wilhelm Simson, sowie Arend Oetker haben ihre Mandate zum 30. Juni niedergelegt. Als deren Nachfolger werden der frühere Boehringer-Manager Hans-Jürgen Leuchs und der ehemalige BASF-Bereichsleiter Wolfgang Büchele zur Wahl vorgeschlagen.

Merck holt damit zusätzliches Know-how im Bereich Spezialchemie und Biotechproduktion in den Aufsichtsrat. Büchele war Ende 2007 kurz vor dem Aufstieg in den BASF-Vorstand völlig überraschend und unter etwas mysteriösen Umständen bei dem Ludwigshafener Chemiekonzern ausgeschieden. Er ist inzwischen als Berater der Private-Equity-Gesellschaft Permira tätig und hat im Herbst die Führung des ungarischen Kunststoffherstellers Borsadchem, einer Mehrheitsbeteiligung von Permira, übernommen. Der 49-jährige Manager dürfte aufgrund seiner Branchenerfahrung für Merck interessant sein. Denn der Konzern ist erklärtermaßen bestrebt, sein Chemiegeschäft um ein weiteres Standbein zu ergänzen - eine Aufgabe, die an Dringlichkeit gewonnen hat, weil das hochprofitable Geschäft mit Flüssigkristallen erstmals Schwächetendenzen zeigt.

Auch Jürgen Leuchs (59) passt in das Profil des Darmstädter Konzerns. In der Geschäftsleitung von Boehringer war Leuchs ab 1994 für den Bereich Produktion zuständig, bevor er Ende des vergangenen Jahres in den Ruhestand ging. Leuchs leitete in dieser Funktion auch die umfangreiche biotechnische Produktion von Boehringer - ein Fachgebiet, das inzwischen auch für Merck große Bedeutung erlangt hat. Denn mit der Übernahme der Schweizer Serono ist der Darmstädter Konzern zu einem der größten Produzenten von Biotech-Wirkstoffen aufgestiegen. Der Konzern errichtet derzeit eine große biotechnische Produktionsanlage für sein Krebsmedikament Erbitux in der Schweiz.

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